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Schülerdialoge "Paedologia" und "Edubba"

aus Petrus Mosellanus' Paedologia:
Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Armut der Schüler, die nicht immer wissen, wo sie schlafen oder wovon sie ihr Essen bezahlen sollen.




„Erster Dialog. Caspar und Modestus reden über die Marktferien.“
Modestus: Das ist nichts Unrechtes, da uns ja diese Tage teils Botschaften, teils Briefe und teils Geld, das willkommener als alle Briefe ist, herbeibringen. Wenn mir, der ich schon fast alle Reserven ausgeschöpft habe, die nächste Messe kein Silber bringt, werde ich nicht länger hier bleiben können. Caspar: Ich weiß ziemlich sicher, dass ich kein Geld bekommen werde, aber trotzdem versprach mir mein Vater bei meiner Abreise, mir Stoff für einen Wintermantel zu schicken.
Modestus: Hoffentlich gehen beide Wünsche in Erfüllung, damit du besser gekleidet und ich besser bemünzt die Härte des drängenden Winters mit weniger Mühe abwehren können.


babylonisch: Edubba-A:
12. In der Gegenwart meines Vaters stehend (sagte ich: )
13. "Durst habe ich, Wasser lass mich trinken!
14. Hungrig bin ich, Brot gib mir!

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Viele Schüler verlegten sich aufgrund ihrer Armut auf das Betteln, das nicht nur in vielen Dialogen (u.a. in den Dialogen 7, 10 und 20) erwähnt wird, sondern in den Städten auch tatsächlich weit verbreitet war. Die Konkurrenz war groß, sodass es zu regelrechten Wettläufen der Schüler um die besten Brocken kam:

Laurentius: Ich selbst werde sofort, sobald die Messe beendet ist, zu den Türen der Reichen in so schnellem Lauf eilen, dass ich, wenn nicht unter den ersten, wenigstens unter den zweiten und dritten ein Stück abbekomme.
Stephanus: Aber mir wirst du kaum zuvorkommen.
Laurentius: Das wird sich zeigen.


babylonisch: Dialog zwischen lú-im und einem Schreiber:
39. Im Haus deines Vaters gibt es nicht mehr als einen Monat Vorrat, sei es Bier, Malzmehl oder Gerste.
40. Sogar handelst du mit deiner eigenen Mutter.

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Neben der entbehrungsreichen Ernährung war es auch um die Bekleidung vieler armer Schüler nicht gut bestellt, wie Dialog 20 zeigt:

Cletus: Wie unglücklich sind wir hingegen, die wir Elende ohne Mantel, oft fast ohne Kleidung gegen die Härte der Kälte gewappnet, mitten durch Regen, Schnee und Eis an den Türen nach einer Mahlzeit zu betteln gezwungen sind. Aber folgender Spruch von Horaz tröstet mich: Der Junge, der das gewünschte Ziel im Lauf erreichen will, ertrug und tat viel, schwitzte, fror und enthielt sich von Wein und Frauen, wie Pythia singt...

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Der Schüler ist sich dessen bewusst, dass er, um sein Ziel der Ausbildung zu verfolgen, auch Entbehrungen auf sich nehmen muss. Jedoch verspricht er sich davon eine bessere Zukunft, die ihm so ermöglicht werden kann. Dies ist auch Thema im Dialog 7.

„Dialog 7: Über bequeme und unbequeme Unterkünfte und über Armut und Reichtum der Schüler.“
Cleanthes: […] wenn ich auch die Hoffnung hegte, dass ich durch die Großzügigkeit irgendeines Bürgers sowohl eine Unterkunft als auch Nahrung erhalte, aber es kam ganz anders. Denn kaum konnte ich erreichen, dass mir in der Schule eine Ecke zum Schlafen überlassen wird. Nahrung aber werde ich mir, da ich zu wenig Geld habe, an den Türen erbetteln müssen, wenn mir nicht vielleicht ein besseres Schicksal zuteil wird.

Iosephus: Dennoch ziemt es sich für euch nicht, über den mittelmäßigen Fortschritt eures Lernens zu verzweifeln, da ja bekanntlich viele von niedrigem Stand ohne helfende Geschenke des Schicksals die Bildungsleiter erklommen haben. Wurde nicht Demokrit vom Lastträger zum Naturphilosophen? Verdiente sich nicht Cleanthes, dessen Namen du trägst, sein tägliches Brot durch nächtliches Wasserschöpfen? Welchem Stoiker war er nicht ebenbürtig? Aber auch Plautus schrieb zwischen seiner beschwerlichen Bäckerarbeit seine berühmten Komödien.

Cleanthes: Durch dieses und Beispiele anderer Art ermuntert fahre ich mit meinen Studien fort. Sonst hätte ich mich schon längst zu irgendeinem Handwerk begeben. […]

Iosephus: Du hast Recht, Cleanthes; denn wenn alle von diesem Schlag [sc. arme Schüler] mit der gleichen Begabung ausgestattet wären wie du, sollten sie meiner Meinung nach auf jede erdenkliche Weise gefördert werden.


babylonisch: Edubba-B:
Sei der Kopf der Weisen deiner Stadt,
möge deine Stadt deinen Namen an bevorzugten Orten aussprechen,

babylonisch: Lob der Schreibkunst:
Die Schreiberkunst ist ein "Haus des Reichtums"
Die Schreibkunst ist ein gutes Los, Reichtum und Fülle

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Oft verbanden die Schüler ihr Betteln mit dem Singen, mit dem sich einige ja auch in der Kirche ein wenig Geld verdienten.

„Dialog 18: Vom Gesang und dem Festtag des heiligen Martin.“
Georg: Sag, Conrad, mit welchem Lied sammeln wir in diesem Winter Gaben? In dieser Stadt ist es nämlich Brauch, dass die Schüler einige Feiern der Reichen mit dafür komponierten Gesängen erfreuen. […] Es wird dann [in acht Tagen] der Vorfesttag des Heiligen Martin sein.
Conrad: Was geschieht dann?
Georg: Es gibt dann eine sehr üppige Ernte für uns Schüler, wenn es am Abend dieses Tages nicht nur mehr Essen gibt, als wir es gewohnt sind, sondern wir auch an den Türen Spenden, die den Bedürftigen gegeben werden, empfangen.
Conrad: Das trifft sich gut für mich, da ich hoffe etwas zusammenzukratzen, womit ich den Winter bequemer überstehen kann.


babylonisch: Enkiḫeĝal und Enkitalu (Dialog 2)
Sogar wenn er die za-mi spielte, würde er keine Musik lernen.
Er ist der am meisten Zurückliegende unter seinen Kollegen,
mit einem unangenehmen Ton und einer Stimme;
Seine Zunge kann es nicht richtig machen,
sie ist zu dick für einen Sumerer,
er ist nicht bereit, ein En-Du-Lied zu singen,
er öffnet nie den Mund ...
Und du tust immer noch so als sei er ein Mann mit Sachkenntnissen!

babylonisch: Examenstext-A:
"Kennst du den namnar-Gesang, den nam-...Gesang, den namgala-Gesang, nam´ena-Gesang, den nam´uruna-Gesang, den namgina-Gesang, das Aufteilen (eines Gesanges) in seine (verschiedenen) Teile, ..., den Gegengesang, die Rezitation, das Finale?"

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Dem 1520 hinzugefügten Dialog 10 können wir detaillierte Schilderungen zum Lateinunterricht entnehmen.

Phaedrus: Was sitzt du hier untätig herum und liest nicht lieber die kürzlich gehörte Vorlesung durch?
Johannes: Ich habe sie schon zwei- oder dreimal durchgelesen.
Phaedrus: Aber vielleicht nicht genau genug.
Johannes: Sehr genau, sodass ich sie ganz im Gedächtnis habe.
Phaedrus: Glaubst du es ist deiner Pflicht genüge getan, wenn du sie nur im Gedächtnis behältst und wie ein Papagei Worte, die du nicht verstanden hast, dem Lehrer wiedergibst?
Johannes: Ich verstehe doch alles.
Phaedrus: Wirklich alles? Pass auf, was du sagst.
Johannes: Alles, sage ich, auch wenn es dir unglaubwürdig scheint; und damit du es leichter glaubst steht es dir frei, mich nach Einzelnem, was in der kürzlich gehörten Vorlesung behandelt wurde, zu fragen.

babylonisch: Edubba-D:
01. "Junger Mann, bist du ein Student?" - "Ja, ich bin ein Student."
02. "Wenn du ein Student bist,
03. Kannst du Sumerisch?"
04. "Ja, ich kann Sumerisch sprechen."
37. in der ich mit Sumerisch fertig werden kann, Schreibarbeit, Archivierung, Buchhaltung, Berechnung!
38. Ich kann sogar ein Gespräch auf Sumerisch führen

babylonisch: Examenstext-A:
"Kennst du die Überlieferung und Bedeutung vom vorderen Akkadischen ins hintere Sumerische, vom vorderen Sumerischen ins hintere Akkadische?"

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Obschon die Humanisten für eine gemäßigtere Erziehung plädierten, ist doch in den Schülergesprächen neben diesem Lernanstoß durch Selbsterkenntnis immer wieder von körperlichen Züchtigungen die Rede, z.B. fürchten die Schüler im Dialog 11 eine empfindliche Strafe für Verspätung. Auch Mosellanus soll während seiner ersten Lehrjahre in Luxemburg unter so strenger Zucht gelitten haben, dass er die Schule wechselte, nur um einen weiteren prügelnden Lehrer in Limburg zu erhalten. An der Thomasschule wurde offenbar am Freitag Rechenschaft abgelegt und Buße getan für die Vergehen der Woche. Dabei wurden unter den Schülern Spione eingesetzt, die einem Schüler schon als lupi bekannt sind, hier jedoch corycaei genannt werden.

Julian: Oh Damian, es ist wieder der Tag, von dem ich glaube er ist nicht weniger ungerecht und zu verfluchen als die Römer einst jenen verfluchten, an dem in der Schlacht von Cannae so viele Tausend Römer von Hannnibal vernichtet wurden. […] Heute sind Befragungen in der Schule, nicht anders als eine Art Folter. […] denn für alles Einzelne, was wir im Verlauf der Woche auf welche Weise auch immer begangen haben, wird heute jeder von uns gezwungen zu büßen.
Damian: Und wie können die Lehrer wissen, was jeder von uns anzeigen wird?
Julian: Auf eine bestimmte Weise erfahren sie alles, sodass nichts vor ihnen verborgen sein kann.
Damian: Wie das? Können sie wahrsagen?
Julian: Natürlich nicht, aber sie gelangen auf anderem Weg dahin, denn sie geben heimlich einigen Ausgewählten die Aufgabe, uns, ihre Mitschüler, zu verraten und zu melden, damit wir niemals etwas in Sicherheit tun können. Denn es ist immer zu fürchten, dass einer von den 'Corycäern' uns belauscht und Wolf spielt; das heißt er selbst ist unter uns Unwissenden, um wie ein gemieteter Verräter alles dem Lehrer zuzutragen.
Damian: Das ist es vielleicht, was ich als Wolf bezeichnet gehört habe, denn nur der Name wurde in der Schule, an der ich vorher war, verwendet.
Julian: Er ist ein geheimer Wolf, den wir Elenden nicht weniger hassen als Schafe vor diesem wilden Vierbeiner erschrecken.


babylonisch: Edubba-A:
35. Dennoch fragte der "Mann des Schweigens": "Warum sprichst du in meiner Abwesenheit?" und schlug mich.
36. Dann fragte der "Mann der Vogelfedern": "Warum erhebst du in meiner Abwesenheit den "wahren Hals" nicht?" (meint: warum stehst du nicht gerade?) und schlug mich.
37. Dann fragte der "Mann des Vorschreibens": "Warum bist du in meiner Abwesenheit aufgestanden?" und schlug mich.
38. Dann fragte der "Mann vom Tor": "Warum gehst du in meiner Abwesenheit hinaus?" und schlug mich.
39. Dann fragte der "Mann der Peitsche" (bzw. "Mann des Wassers": "Warum hast du in meiner Abwesenheit Wasser erhalten?" und schlug mich.
40. Dann fragte der "Mann des Sumerisch": "Sumerisch nennst du das?" (bzw. "Akkadisch hast du gesprochen?") und schlug mich.
41. Dann sprach mein Lehrer: "Deine Hand(schrift) ist nicht ganz hübsch" (d.h. "schlecht") und schlug mich.

Im sumerischen Schulstreitgespräch Dialog 2 (Enkiḫeĝal und Enkitalu), einer der Edubba’a-Kompositionen, die Einblicke in die Ausbildungs- und Erziehungsmethoden in der altbabylonischen Schule ermöglichen geht es um die Infragestellung des Nutzens von Prügelstrafen für die Streitschlichtung zwischen Enkiḫeĝal und Enkitalu . Die Infragestellung der Züchtigung als disziplinarisches Mittel innerhalb der Schule überrascht, denn aus anderen Edubba’a-Kompositionen wissen wir, dass das Fehlverhalten der Schüler mit Schlägen bestraft wurde. Gerade in Dialog 3 (Enki-manshum und Girini-isag) werden 60 Schläge und 2 (bzw. 3) Monate Freiheitsentzug als Strafe für einen eingebildeten und Streit anzettelnden jungen Schüler in Aussicht gestellt. In Dialog 2 aber erkennt der Aufseher die Nutzlosigkeit von Körperstrafen und ergreift stattdessen Maßnahmen, die die aktuellen Erziehungsmethoden der ,logischen Konsequenzen‘ vorwegnehmen.

babylonisch: Dialog 3 - Enki-manshum und Girini-isag:
Wenn ich dir getan hätte, was mir gefiel - einem Burschen, der sich wie du benahm [und] seinem »großen Bruder« unaufmerksam gegenüberstand - würde ich dich [zuerst] mit einer Keule schlagen - was ist ein Holzbrett? und nachdem du Kupferketten an deine Füße gelegt bekommen hast, wirst du dich im Haus einschließen lassen und zwei Monate lang würde man dich nicht aus der Schule entlassen.

Vielleicht ist die Drohung des Aufsehers von Schlägen und Ketten übertrieben und humorvoll zu verstehen, aber er glaubt, dass einige Bestrafung wegen solch Emporkömmling-Verhaltens notwendig ist, da der Status des Aufsehers ebenfalls bedroht ist.

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Ausreden waren auch den Schülern des Humanismus nicht unbekannt, also denken sich die beiden Schüler einen Auftrag zum Wasserschöpfen aus, um dem Rohrstock zu entgehen. Auch in der Kirche mussten sie singen, was das Weihnachtsfest zu einem zwiespältigen Ereignis für die Schüler macht, da so viele Weihnachtslieder auswendig zu lernen sind. Die Zwiespältigkeit gegenüber dieser Pflicht offenbart Dialog 24, als Penius zu Franz in seiner Verzweiflung sagt:

„Ich freue mich und es schmerzt mich, Franz, dass das Weihnachtsfest naht. Ich freue mich zwar, weil diese Feiertage alles Fröhliche und Festliche mit sich bringen, es schmerzt mich jedoch, weil wir Schüler uns mit dem Lernen der Weihnachtslieder einer großen Mühe unterziehen müssen. Außerdem müssen wir so viele Tage in den Kirchen frieren. Schließlich fürchte ich auch, dass ich mir Schläge einhandle, wenn ich die Morgenandacht, zurückgehalten von allzu tiefem Schlaf, verpasse.“

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Zugleich mit seiner Vorstellung der Lektüreexposition kritisiert Mosellanus die bis dahin vorherrschenden Methoden, die Schüler alles wie Papageien auswendig lernen zu lassen und führt ihnen vor Augen, worauf es bei der Beschäftigung mit lateinischer Lektüre ankommt

Paedologia- Dialog 10:
Phaedrus: Glaubst du es ist deiner Pflicht genüge getan, wenn du sie nur im Gedächtnis behältst und wie ein Papagei Worte, die du nicht verstanden hast, dem Lehrer wiedergibst?

babylonisch: Dialog zwischen lú-im und einem Schreiber:
48. Selbst wenn du einen Klassiker nachplapperst, kannst du ihn nicht in den Lehrplan aufnehmen.

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Das "Manuale scholarium" ist vlt. das älteste der Gesprächbücher aus der
Frühzeit des deutschen Humanismus

daraus:
Camillus muss infolge eines Drohbriefes vom Vater endlich zum Examen schreiten, fühlt sich aber bei weitem noch nicht genügend vorbereitet. Für solche Fälle weiß sein Freund Barthold Rat. „In unserer Zeit ist viel zu erreichen durch Geschenke", bemerkt er und schlägt dem Freunde
vor, die Lehrer vorher zu einem guten Mahle einzuladen, dann würden sie ihm alle gewogen sein.

aus: Bömer: "Die lateinischen Schülergespräche der Humanisten" (Buch-link)


Im Vergleich dazu aus dem babylonischen "Edubba-A":

47. (Ich sagte: ) "Gib mir für den Meister ein Geschenk
48. Und er wird mir (als Gegenleistung) die Multiplikationstabellen geben und die Berechnungen und Bilanzen aufgeben!
...
63. Gutes Bier stellt auf den Tisch für ihn (den Lehrer);
64. (Gießt) gutes Öl und Duftöl über seinem Rücken und Bauch, als wäre es Wasser,
65. Mit einem Kleid werde ich ihn bekleiden, ein Geschenk werde ich ihm geben, einen Ring (oder Armreif) werde ich ihm an seiner Hand setzen!"

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Schon die italienischen Humanisten wandten sich gegen den Plural als Höflichkeitsform, da dies dem antiken Ideal widersprach. In der Rückbesinnung auf antike Vorbilder änderten die Humanisten auch die Art ihrer Anrede in der Schriftsprache. Erasmus spricht sich dagegen aus, allzu häufig die Pluralanrede „modestiae causa“ zu verwenden und stellt in einem Werk über das Briefeschreiben die Frage, warum ein Mensch nicht als eine Person angeredet werden solle, wenn man nur eine vor sich sieht. Die späteren Humanisten besannen sich wieder mehr auf das „Du“ unter Gleichgestellten, bei Petrus Mosellanus findet sich diese Anrede durchgängig. Dabei ist jedoch zu Fragen, ob Lehrer und Schüler wirklich als gleichgestellt betrachtet werden. Die Anrede des Lehrers und einige ausschweifende Dankesbezeugungen legen diesen Schluss nicht nahe. Mosellanus ist sich der Unterschiede sicherlich bewusst, will aber das einheitliche Ideal der 2. Person Singular im gesamten Werk durchhalten.

http://www.petrus-mosellanus.de/documenten/Examenarbeit%20Kerstin%20Ziegenbalg.pdf



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