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Bono-Ighinu-Kultur

Die Bono-Ighinu-Kultur (Sardisch ‚Guter Nachbar‘) 4700–4000 v.u.Z. Provinz Sassari auf Sardinien. Die Kulturen von Su Caroppu, Grotta Verde und Filiestru gingen ihr voraus. Die Kultur von San Ciriaco und die Ozieri-Kultur folgten ihr nach.
In den Kulturschichten von Bonu Ighinu treten erstmals fettleibige, weibliche Idole auf, die zumeist als Darstellung der „Dea Madre“, der Großen Mutter, interpretiert werden. Alle wesentlichen Kulturelemente haben in den zeitgenössischen Kulturen des Festlandes, von Sizilien bis Südfrankreich ihre Entsprechungen. Kontakte werden durch die Verbreitung des vom Monte Arci stammenden Obsidians bestätigt.
Herausragend ist die Qualität der sardischen Keramik, die in der Bono-Ighinu-Kultur ihre erste große Blüte erreicht. Es sind Töpfe und tiefe Kumpfe mit knickartigem Übergang von der sanften Bauchwölbung auf die konvexe Halszone. In die dunkel glänzende Oberfläche sind Muster eingeritzt oder eingestochen, die die Gefäßform unterstreichen.
Grabungen auf der Sinis-Halbinsel haben auf dem Hügel Cuccuru S’Arriu einen Kult- und Begräbnisplatz aufgedeckt, dessen Belegung bzw. Nutzung bis in die Bonu-Ighinu-Kultur zurückgeht. Einzelbestattungen in ausgehöhlten Schächten mit seitlichen Grabhöhlen waren senkrecht in den Sandstein gearbeitet. Die zwei Meter unter dem Bodenniveau gelegenen Grabkammern waren mit Steinplatten ausgelegt bzw. verschlossen. Der Tote in linksseitiger Hockerstellung und seine Grabstätte waren mit rotem Ocker bestäubt. Eine Idolfigur, vier Tongefäße ein Bündel aus 50 Knochenspießen, vier separate Knochenspieße, mehrere verstreute Steinperlen, einige Obsidiansplitter und Kernsteine aus Obsidian gehören zu den Grabbeigaben.




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