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Historische Spiele

Mehen Benannt nach dem ägyptischen Schlangengott, wurde Mehen von etwa 3000-2300 v.u.Z. gespielt. Das Spielbrett hat die Form einer gewundenen Schlange, deren Körper in rechteckige Segmente unterteilt ist, und Teams von bis zu sechs Spielern rasen vom Schwanz zum Kopf und wieder zurück, mit zusätzlichen löwenförmigen Spielsteinen. Die Regeln und das Punktesystem von Mehen sind unbekannt, aber ein modernes Äquivalent könnte Hyena sein - ein nordafrikanisches Spiel, bei dem die Spieler ein Mutterstück auf einer spiralförmigen Strecke von außen (dem Dorf), zum Zentrum (dem Brunnen) und zurück fahren. Der erste, der ins Ziel kommt, gewinnt und gibt eine Hyäne frei, die ebenfalls entlang der Spirale reist und dabei die Figuren anderer Spieler frisst! Möglicherweise wurde die Anzahl an Feldern, die der jeweilige Spieler weiterziehen durfte, durch das Werfen von unterschiedlichen Stäbchen, oder durch Erraten der zufällig in der Hand des Gegenspielers versteckten Murmeln ausgehandelt. Die ...

Die Medizinische Enzyklopädie von Ninive

 Die "Medizinische Enzyklopädie von Ninive" ist das weltweit am stärksten standardisierte, strukturierte und systematisierte Korpus der medizinischen Literatur vor Galen. Die Tafeln wurden bei der Plünderung von Ninive im Jahr 612 v.u.Z. in Fragmente zerschlagen. In Mesopotamien bestand die Medizin hauptsächlich aus pflanzlichen Heilmitteln - Pflanzen wurden einzeln oder in Kombination äußerlich als Verbände oder Salben aufgetragen und innerlich in Form von Heiltränken oder Einläufen eingenommen. Um 2000 v.u.Z. begannen die Heiler bereits, die medizinische Praxis schriftlich festzuhalten. Die frühen medizinischen Texte wurden von späteren Generationen wiederverwendet, erweitert und vertieft. Diese lange Tradition gipfelte im 7. Jahrhundert v.u.Z. in einer umfangreichen Sammlung medizinischer Aufzeichnungen mit Tausenden von Beschreibungen von Krankheiten und Symptomen sowie den entsprechenden therapeutischen Rezepten. Aschurbanipal beauftragte Spezialisten damit, medizini...

Streitwagen

Die Kombination von Zugtier und Wagen wurde offenbar an mehreren Orten erfunden. So wurden von den Sumerern im 3. Jahrtausend v.u.Z. schwere, von Ochsen oder Pferden gezogene zwei- oder vierrädrige Wagen mit Scheibenrädern zu Transportzwecken eingesetzt. Die vierrädrigen sumerischen Wagen werden noch nicht als Streitwagen angesehen. Als Erfinder des Streitwagens gelten heute die Träger der Sintaschta-Kultur in den Steppen, wo zuvor auch der vierrädrige Wagen einen seiner Ursprünge hatte. Spätere Nutzer des Streitwagens im Alten Orient waren in Mesopotamien die Mitanni, von denen ihn Hethiter und Assyrer übernahmen. Durch die Hyksos kam der Streitwagen nach Ägypten. Zwischen Hethitern und Ägyptern kam es 1274 v.u.Z. in der Schlacht bei Kadesch zum bekanntesten Einsatz von Streitwagen. Der Streitwagen des zweiten Jahrtausends v.u.Z. war wesentlich leichter als die späteren antiken Fahrzeuge. Ihre Bauart war zunächst sehr einfach und bestand aus zwei Rädern und einem einfachen Steg zur Be...

Die Wiederentdeckung der Hethiter

Die Babylonier, Assyrer und Ägypter waren nie gänzlich in Vergessenheit geraten, da die Bibel und antike Schriftsteller Namen und Ereignisse dieser altorientalischen Kulturvölker bewahrten. Dies war anders bei den Hethitern: Sie waren schon den Griechen der Zeit Herodots nicht mehr bekannt, und ihre sichtbaren Monumente wurden anderen Kulturen zugeschrieben. “... ein männliches Reliefbild von viereinhalb Ellen Höhe. In der rechten hält es die Lanze, in der Linken einen Bogen, und dem entspricht die übrige Rüstung, die ägyptisch und äthiopisch ist. auf der Brust, von der einen Schulter zur andren, ist eine Inschrift in den heiligen Buchstaben der Ägypter eingehauen, die besagt: ‘Dieses haben meine Schultern erobert.’” Herodot (Historien II 106) zum Felsrelief am Karabel (Bild) Die Inschrift ist allerdings nicht in ägyptischen, sondern in hethitischen Hieroglyphen geschrieben, und ihre Lesung gelang erst vor wenigen Jahren durch Bedřich Hrozný (1879-1952) um 1915. Das „Tarkondemos-Sieg...

Frauen im alten und kaiserlichen China

Die chinesische Geschichte kannte zwar durchaus herausragende und sogar mächtige Frauen, doch nach der traditionellen Geschlechterrolle der Frau sollte sie innerhalb ihres Heims bleiben und nur dort arbeiten, möglichst ungebildet sein und sich den männlichen Familienmitgliedern unterordnen. Die Lehren des staatstragenden Konfuzianismus, die sich im Laufe der Zeit verhärteten, werden als wichtigster Faktor in der Unterdrückung der Frau wahrgenommen. In einer viele Jahrhunderte währenden Entwicklung wurden Frauen allmählich weiter degradiert: Sie durften keinen Besitz haben, mussten sich die Füße verstümmeln und wurden nicht als eigenständige Personen, sondern sogar als Handelsware betrachtet. Zwar gab es innerhalb der Kulturen Chinas durchaus Ausnahmen sowie auch staatliche Reformversuche, doch substantielle Verbesserungen in der Situation der Frau kamen erst mit der chinesischen Revolution. In der vorkonfuzianischen Zeit nahmen Frauen aktive Rollen quer durch die Gesellschaft ein und G...

Grüne Tempeltürme und die Hängenden Gärten von Babylon

 nach: Michael P. Streck „der das gigunû-Heiligtum der (Sonnen-)Göttin Aja mit Grün bekleidet hat.“ (Kodex Hammurapi ii 26–27) Diese Stelle hat inzwischen eine Parallele im altbabylonischen Epos Erra und Narām-Sîn. Narām-Sîn, König von Akkad, verspricht dem in der babylonischen Stadt Kutha wohnenden Gott Erra: „Dein kikunnû-Heiligtum will ich mit Grün bekleiden.“ Waetzoldt (2005) : In den präsargonischen Inschriften nannte man eine Hochterrasse mit dem Hochtempel Gi-gù-na, während dieser Begriff ab Gudea und Urnamma in der Ur-III-Zeit auf Stufenturm (= Ziqqurrat) mit Hochtempel eingeengt wurde. In den beiden oben zitierten Textstellen aus altbabylonischer Zeit ist also von grünen Stufen- oder Tempeltürmen die Rede. Lambert (1973) : Das 'Grün' waren entweder natürliche Bäume oder Darstellungen von ihnen, da der Gigunnû in frühen Texten als 'Wald' beschrieben wird.  Powell (1992) : ... Giguna (wird) häufig mit tir, 'Wald', assoziiert, (was) eine enge Verbin...

Das Ansehen eines altorientalischen Herrschers bei seinen Untertanen

Das Ansehen eines altorientalischen Herrschers bei seinen Untertanen Walther Sallaberger „Von Enlil berufener Hirte“, „Erstürmer der vier Weltgegenden“, „Schirm des Landes“, „ungestümer Wildstier“, „frommer Fürst“, „Sonne von Babylon, der das Licht über dem Land Sumer und Akkad aufgehen lässt“ : mit solchen Epitheta wurde Ḫammurapi von Babylon in seiner berühmten Gesetzesstele vorgestellt. In königlichen Texten steht der König allein im Fokus, aber eine stabile Herrschaft impliziert, dass der König sein Volk an sich band und sich nicht allein auf die Legitimation innerhalb seiner Ideologie berufen konnte. dafür gab es verschiedene Methoden. 1. Die Perspektive des Herrschers Wertvoller für die Frage, sind vereinzelte Aussagen über die Abhängigkeit des Königs von der Zustimmung seines Volkes. Ein Grenzdokument des präsargonischen Herrschers Enmetena von Lagaš bietet da einen Ansatz: "Wenn der Mann von Umma den Grenzdeich Ningirsus, den Grenzdeich Nanšes überschreiten will, um gewalt...