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Schöpfungsmythos Osttimor

LEGENDE VON OSTTIMOR Die Krokodilgeschichte Vor vielen Jahren lebte ein kleines Krokodil in einem Sumpf an einem weit entfernten Ort. Es träumte davon, ein großes Krokodil zu werden, aber als das Essen knapp wurde, wurde es schwach und wurde immer trauriger und trauriger. Es ging zum offenen Meer, um Nahrung zu finden und seinen Traum zu verwirklichen, aber der Tag wurde immer heißer und es war noch weit vom Meer entfernt. Das kleine Krokodil - schnell austrocknend und nun in Verzweiflung - legte sich hin um zu sterben. Ein kleiner Junge hatte Mitleid mit dem gestrandeten Krokodil und trug es zum Meer. Das Krokodil, sofort wiederbelebt, war dankbar. "Kleiner Junge", sagte es, "du hast mir das Leben gerettet. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, ruf mich bitte an. Ich werde dir zur Verfügung stehen ... " Ein paar Jahre später rief der Junge das Krokodil, das jetzt groß und stark war. "Bruder Krokodil", sagte er, "ich habe auch einen Trau...

Schöpfungsmythen der Aborigines/Australien

Wie das Land entstand  Zu Anbeginn gab es nur das große Salzwasser. Aus den Tiefen stieg Ungud, die Regenbogenschlange, empor. Steil richtete sie sich auf und warf ihren Bumerang in einem weiten Umkreis über das Meer. Mehrmals berührte der Bumerang auf seinem Flug die Fläche des Salzwassers, und dort schäumte das Wasser auf, und glattes, ebenes Land kam zum Vorschein. Ungud wanderte über dieses neue, weiche Land und legte viele Eier, aus denen neue Urzeitwesen schlüpften. Es waren die Wondjina, und sie wanderten in alle Richtungen. Wie die ersten Männer entstanden Vor langer Zeit schuf Pund-jel der große Schöpfergeist alle Dinge auf der Erde und alle Lebewesen, außer den Frauen. Er trug ein großes Steinmesser bei sich, und als er die Erde schuf, zerschnitt er sie an vielen Stellen, so dass Berge, Täler und Wasserläufe entstanden. Dann schnitt er mit seinem Messer drei größere Rindenstücke. Auf das erste legte er feuchten Ton, den er so lange bearbeitete, bis er gl...

Schöpfungsmythen Indien

Ein Schöpfungshymnus aus der Rigveda Nicht Nichtsein war damals und nicht das Sein. Kein Luftraum war, kein Firmament. Wer hielt die Welt? Wer schloss sie ein? War es das Wasser im Abgrund? Nicht Tod war da und nicht das Leben, nicht Sonne, nicht Mond und nicht die Sterne. Dann aber kam es zum Seienden. Das Eine war da. Da war Atem. Dunkelheit war noch in der Welt. Das All – ein grosses Gewoge. Da kam das Leben, ein Same, ein Keim, geboren durch die Macht der Glut. Zeugungslust aus bloßem Gedanken wurde zum ersten Samen. Sinnende Denker, forschend im Herzen, verknüpften das Sein mit dem Nichtsein. Es gab ein Oben. Es gab ein Unten, getrennt durch eine Schnur. Oben aber war das Gewähren, unten das Begehren. Dem Nichtsein verbanden die Denker das Sein. So wurden die ersten Dinge. Quelle: Die Schöpfungsmythen der Menschheit. Düsseldorf: Patmos 2004 http://www.bibliomedia.ch/de/angebote/dokumente/Schoepfungsmythen.pdf vgl.: Rigveda 10,129 Der Ursprung der ...

Schöpfungsmythos Indonesien/Borneo

Schöpfungsgeschichten aus Indonesien (Borneo) Am Anfang aller Zeit ist Dunkelheit, die sich endlos von Ewigkeit zu Ewigkeit erstreckt. Eine kleine Spinne, die darin schwebt, sammelt Dunkelheit in ihren Beinen, um den daraus gesponnenen Silberfaden an den beiden Enden der Ewigkeiten zu befestigen. Dann webt sie ein glitzerndes Spinnennetz. In diesem bleibt ein staubkorngroßes Stück einer roten Koralle hängen, die im Laufe der Zeit wächst, bis sie die Größe der Welt angenommen hat. Auf diese Welt fällt eine Schnecke aus der Dunkelheit; aus deren Schleimspur entsteht das Erdreich. Auf diese Erde fällt ein junger Baum, der - über die Verbreitung seiner Samen - die Welt mit Wäldern bedeckt. In einem dieser Wälder fällt wiederum ein Krebs aus der Dunkelheit, der das Erdreich verschiebt und so Hügel, Berge und Täler schafft. Er lässt aus herabfallendem Regen Flüsse und Sümpfe entstehen, aus denen weitere Pflanzen wachsen. Zwei Lebewesen kamen aus der Dunkelheit, männlich und weiblich,...

Schöpfungsmythos der Ainu (Japan)

aus dem Yukara - dem Epos des Ainus Lied, das von der Viper gesungen und getanzt wurde Blätter oben Blätter unten, Wellig Und lang-- Stoßen Sie einen hölzernen Stößel-- In voller Länge, Setze einen hölzernen Stößel auf-- In voller Länge. . . Also singend, Ich beugte meinen Körper auf und ab In pochendem Reis. Dann, Gott Sammayunkur erschien Vom Berg herunterkommen Mit viel Wild auf seinem Rücken. "Gib mir etwas", sagte ich, Und er hat ein Stück ausgeworfen. Als ich aß, Es schmeckte göttlich. Blätter oben Blätter unten, Wellig Und lang-- Stoßen Sie einen hölzernen Stößel-- In voller Länge-- Setze einen hölzernen Stößel auf-- In voller Länge. . . Also singend, Ich beugte meinen Körper auf und ab In pochendem Reis; Und dieses Mal, Gott Okikirimuy erschien Vom Berg herunterkommen, Mit viel Wild auf seinem Rücken. Wie ich sagte, "gib mir etwas" Er warf zuerst einen scharfen Blick auf mich und s...

Schöpfungsmythos Finnland

Kalevala, der  finnische Nationalepos Das Kalevala ist ein von Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammengestelltes Epos. Es gilt als finnisches Nationalepos und zählt so zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache. Die erste Fassung des Werkes erschien im Jahr 1835. Der Titel ist abgeleitet von Kaleva, dem Namen des Urvaters des besungenen Helden, und bedeutet so viel wie „das Land Kalevas“. Der Standardtext des Kalevala besteht aus 22.795 Versen, die in fünfzig Gesängen ("50 Runen") vorgestellt werden. Bereits im 17. Jahrhundert waren vereinzelte Lieder aufgezeichnet worden, aber ein wirkliches wissenschaftliches Interesse an der finnischen Volksdichtung entstand erst Ende des 18. Jahrhunderts. Unter anderem Henrik Gabriel Porthan, der bedeutendste finnische Humanist seiner Zeit, zeichnete Volkslieder auf und veröffentlichte 1766–1778 das Werk De Poësi Fennica („Über die finnische Dicht...

Schöpfungsmythen aus Afrika

Benin/Togo:  Der Mythos beginnt mit der Entstehung des Schöpfergeistes Mawu. Es gibt weder Menschen, Pflanzen, Tiere, Sonne, Mond, Luft, Wasser, Tag oder Nacht. Nur Mawu, der in seinem tiefen Schlaf durch die Leere treibt und von den Dingen träumt, die einmal sein würden. Die Zeit beginnt als Mawu den Traum zu Ende träumt und erwacht. Er nimmt die Leere und rollt sie zwischen seinen Handflächen zu einer Schlange, welche durch seinen Atem Farbe und Leben erhält. So wird die Leere zur Regenbogenschlange, die Mawu hilft, die Welt zu erschaffen. Sie erschaffen unbewegtes Meer und flaches Land in die Stille der Welt. Sie ziehen beide über die Welt; Mawu erschafft Berge, gefüllt mit Gold und Edelsteinen; die Regenbogenschlange sorgt für Gräben, wo Flüsse und Bäche entstehen. Nachdem Mawu vor Freude zu viele Wälder und Tiere erschaffen hat, droht das Land im Meer zu versinken, sodass er die Schlange bittet, das Land hoch zu halten. Auf seine Bitte hin windet sich die Regenbogensc...