Direkt zum Hauptbereich

Adoption eines Babys durch eine Nugig-Priesterin


Der erste auf der Tafel aufgezeichnete Fall betrifft eine Nugg-Priesterin namens Simat-Adad, die ein entblößtes Baby, ein Findelkind, rettete und adoptierte. Ein Kind, das von seinen Erziehungsberechtigten ausgesetzt wird, ist zum Zeitpunkt der Aufgabe statuslos, und niemand hat einen gesetzlichen Anspruch darauf. Wenn das Kind gerettet und daher von einer anderen Person rechtmäßig beansprucht wird, weist diese Person dem Findelkind (dem Sohn, der Tochter, dem Ehrenmann, dem Sklaven usw.) einen Status zu.
Der gebräuchlichste Ausdruck, um ein Findelkind zu beschreiben, ist "derjenige, der dem Maul eines Hundes entrissen wurde" (ina pī kalbi ekim-šu).


Text:
Ein säugendes männliches Kind,
gefunden an einem Brunnen,
gerettet von der Straße,
hat Simat-Adad, die nugig,
einem Hund aus dem Maul entrissen,
hat es einen Raben aus seinem Mund fallen lassen.
Simat-Adad, die Nugig,
hat ihn als ihren Sohn adoptiert und ihn als ihren Erben etabliert.
In der Zukunft, wenn Simat-Adad, die Nugig, zu ihm sagt:
"Du bist nicht mein Sohn!",
Wird sie Haus, Feld, Obstgarten,
weibliche und männliche Sklaven,
Besitztümer und Utensilien bestrafen,
so sehr wie es sein mag.
Sie hat unter dem Namen
Nanna, Šamaš und des Königs Rim-Sîn
geschworen.


1.
 
1 dumu-nita2 gaba
2.
 
˹pu2˺-ta pa3-da
3.
 
sila-ta kur2-ra
4.
 
1me-diškur nu-gig
5.
 
ka ur-gi7-ra-ta ba-[da]-kar
6.
 
ka uga-ta ba-da-an-šub
7.
 
1me-diškur nu-gig
8.
 
nam-dumu-ni-še3 šu ba-an-ti
9.
 
nam-ibila-ni-še3 in-ĝar
10.
 
u4 kur2-še3 tukum-bi
11.
 
1me-diškur nu-gig
12.
 
dumu-ĝu10 nu-me-en ba-an-na-du11
13.
 
e2 a-ša3 ĝeškiri6 geme2 ARAD2
14.
 
niĝ2-gur11-ra u3 ĝeššu-kara2
15.
 
a-na ĝal2-la-am3
16.
 
ba-ra-an-e11-de3
17.
 
mu d˹nanna˺ dutu u3 [dri]-˹im˺-dsuen lugal in-pa3




cdli
Old Babylonian (ca. 1900-1600 BC)





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Alteuropa I - "neolithische Revolution"

"Das Mesolithikum endet nach einer gewaltigen Klimaveränderung und dem Verschwinden des Großwilds als Jagdbeute (Mammut, Elen, Rentier usw.), und zugleich mit der Kultur der Mondverehrung zunebst der Herrschaft des Matriarchats; und das Neolithikum begann mit der der "neolithischen Agrarrevolution" ... sowie dem Einsetzen des Sonnenkults zunebst der Herrschaft des Patriarchats."(Q5)

"Sesshaftigkeit ist nicht zwangsläufig mit Ackerbau verbunden,
aber Ackerbau benötigt Sesshaftigkeit."


I.VorgeschichteII.Wege der NeolithisierungIII.Von Anatolien nach GriechenlandIV.Von Griechenland nach Süd-Ost-Europa
- SeskloV.In Süd-Ost-Europa
- Lepenski-Vir
- Proto-Starčevo
- Karanovo
- Starčevo
- Körös-Criș
- Vinca
- Tisza (Theiß)
- Cardial-ImpressoVI.Von Süd-Ost-Europa nach Mitteleuropa
- Bug Dnjestr
- La-Hoguette
- LBK
- Cucuteni
- Pfahlbau
- Trypillya
- LengyelVII.Indoeuropäisierung
- verschiedene HypothesenVIII.Von Mitteleuropa nach NordeuropaIX.Haplogruppen (Erklärung)X.Quellen
I.V…

Alteuropa II - Vinca-Kultur (Donauzivilisation)

Vinca-Kultur (Donauzivilisation) 5400 - 4500 v.u.Z., Serbien, Rumänien, Ungarn, Bosnien
Donauzivilisation lt. Haarmann:
"Auf einigen der Idole finden sich einzelne Ritzlinien, die als Töpfer- oder Besitzermarken gedeutet werden. Einige Forscher wollten daraus eine Frühform der Schrift ableiten. ... Da Schrift gewöhnlich auftaucht, wenn größere Verwaltungsaufgaben zu bewältigen sind (Lagerhaltung und Steuereinziehung), ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese einfache Bauernkultur dafür Verwendung besaß.

Die litauische Archäologin Marija Gimbutas rechnete die Vinca-Kultur zu den Alteuropäischen Kulturen, welche durch eine – von ihr mit den Proto-Indoeuropäern verbundene – Invasion patriarchalischer „Kurgan-Völker“ aus dem Osten zerstört oder assimiliert wurden.  Heute sehen Archäologen eher soziale Veränderungen (Chapman) oder einen Klimaumschwung als Grund für das Ende der Vinca-Kultur.
http://de.wikipedia.org/wiki/Donauzivilisation"


»Zeiträume der Vorgeschichte Europas, die m…

Altes Indien I - Induskultur/Meluhha

Spätestens vor 30.000 - 40.000 Jahren v.u.Z. sind im Gebiet (Indien) Vorfahren des heutigen Menschen belegt. Neolithische Felsenbilder stammen vorwiegend noch von frühen Jäger- und Sammlerkulturen.
In Südasien werden die Jäger- und Sammlerkulturen etwa um 7000 - 6000 v.u.Z. von Ackerbaukulturen abgelöst. 
In Mehrgarh (im Gebiet der späteren Induskultur) entstehen um 6500 v.u.Z. erste Dörfer mit Gerste- und Weizenanbau, mit Ziegen, Schafen und indischen Buckelrindern.
Weizen:
altiranisch = gantuma vedisch = godhúma dravidisch = godi hethitisch = khand frühkaukasisch = *ghomu
- Hirse wurde im späten 3.Jt. v.u.Z. aus Afrika eingeführt - Reisanbau um 2000 v.u.Z. in Mehrgarh angekommen (aus Südchina) - Schafe und Ziegen stammen aus dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmond
Induskultur 2600 - 1900 v.u.Z., Entwicklungsvorstufe ab 6000 v.u.Z.
Harappa (NO-Pakistan) war um 3500 v.u.Z. noch ein Dorf, erst gegen 2600 v.u.Z. entwickelte man einen ersten, rechteckigen Bebauungsplan. - Ravi-Phase 3300 - 2800 v.u…