Direkt zum Hauptbereich

Posts

Gründungs-Kanephore Gudea

Eine Karyatide ist eine Skulptur einer weiblichen Figur mit tragender Funktion in der Architektur. Eine alternative Bezeichnung ist Kanephore (griechisch ‚Korbträgerin‘). Karyatiden ersetzen in der Architektur Säulen oder Pfeiler bei Portalen und in der Fassadengliederung. Sie tragen Ziergiebel, Dächer oder andere Dachelemente. Die mesopotamischen Varianten waren kleiner, nicht unbedingt weibliche Figuren und dienten wohl nicht als Säulen, waren aber wohl eine Form von beschrifteten Gründungssteinen. 1. {d} nin-gir2-su de: Für Ningirsu, 2. ur-sag kal-ga de: der mächtige Krieger 3. {d} en-lil2-la2 de: von Enlil, 4. lugal-a-ni de: sein Meister, 5. gu3-de2-a de: Gudea, 6. ensi2 de: ensi (Fürst) 7. lagasz {ki} -ke4 de: von Lagaš, 8. e2-ninnu anzu2 {muszen} -babbar2-ra-ni de: sein Tempel Eninnu mit dem weißen Thunderbird 9. mu-na-du3 de: hat er für ihn gebaut Lagash II (ca. 2200-2100 BC) Bronze British Museum BM 102613 https://cdli.ucla.edu/sear...

Gründungs-Kanephore Inanna (Ur-Namma)

Eine Karyatide ist eine Skulptur einer weiblichen Figur mit tragender Funktion in der Architektur. Eine alternative Bezeichnung ist Kanephore (griechisch ‚Korbträgerin‘). Karyatiden ersetzen in der Architektur Säulen oder Pfeiler bei Portalen und in der Fassadengliederung. Sie tragen Ziergiebel, Dächer oder andere Dachelemente. Die mesopotamischen Varianten waren kleiner, nicht unbedingt weibliche Figuren und dienten wohl nicht als Säulen, waren aber wohl eine Form von beschrifteten Gründungssteinen. 1. {d} inanna de: Für Inanna, 2. nin e2-an-na de: die Königin des Eanna-Tempels, 3. nin-a-ni en: seine Geliebte, 4. ur- {d} namma de: Ur-Namma, 5. nita kal-ga de: der mächtige Mann, 6. lugal uri5 {ki} -ma de: König von Ur 7. lugal ki-en-gi ki-uri-ke4 de: und König von Sumer und Akkad, 8. e2-a-ni de: ihren Tempel 9. mu-na-du3 de: hat er für sie gebaut 10. ki-be2 mu-na-gi4 de: und für sie restauriert (in den ursprünglichen Zustand). Ur III (ca. 2100-2000 BC)...

Dankesbrief von Šumum-libši

altbabylonisch Šumum-libši bedankt sich mit diesem Brief bei einem Mann aus einer anderen Stadt dafür, ein Kind, dessen Versorgung offensichtlich nicht gesichert war, bei sich aufgenommen zu haben. Šumum-libši versichert dem Adressaten, für bestimmte anfallende Kosten aufzukommen, und bittet ihn weiterhin, für die Schulausbildung des Kindes zu sorgen. (1-3) Zu dem Herrn, den Marduk am Leben erhalte, sprich -folgendermaßen (sagt) Šumum-libši: (4-6) Šamaš und Marduk mögen dich auf ewige Zeit am Leben erhalten. Mögest du heil (und) lebendig sein (7-8) Dein Schutzgott möge dir zum Guten beistehen (wörtlich: »deinen Kopf halten«) (9-10) Dir zum Heil schreibe ich. Dein Heil sei vor Šamaš und Marduk von Dauer (11-12) Begründete Besorgnis deinerseits besteht überhaupt nicht, denn die Kleinen brachte ich mit mir nicht hierher (13-16) Nach Ahud habe ich (sie) geschickt, aber aus Ahud hat man aus Mangel an Verpflegung deinen Sohn Šin.nadin-šumi zu mir hergeschickt. (17-18) Warad-Marduk, der he...

Bittbrief des "kleinen Bruders"

altbabylonisch Der »kleine Bruder« wendet sich in höchster Not anscheinend nicht zum ersten Mal an seinen »großen Bruder« den er offensichtlich sehr verehrt. Dieser wortgewandte Brief besticht durch seine bilderreiche und stellenweise sogar humorvoll anmutende Sprache. In überschwänglicher Weise versucht der Absender seinen Bruder dazu zubewegen ihn von der anstrengenden Aufsicht über seine Neffen zu erlösen. (1-3)Zum Lebensretter; meinem Wohltäter sprich folgendermaßen (sagt) Ahusu-nu:  (4-9) Shamash und Ningalana (Ishtar) mögen dich um meinetwillen auf ewige Zeit am Leben erhalten  (6-9) Von dir abgesehen habe ich weder Vater noch Bruder; weder einen Brotkorb, noch Hilfe oder Unterstützung.  (9-11) In meiner Rückständigkeit warst du zu mir freundlich, und mit der Rettung meines Lebens stehe ich in deiner Schuld. (12-15) Auch in der Bürgschaft hast du mich gerettet und nun lass mich auf dem Weg weiterziehen, damit auch in Zukunft dein Name »der Retter« sei...

Schülerübung Broad Street 1

Dieser Text ist zweisprachig (sumerisch und akkadisch) und wurde bei den Ausgrabungen in Ur in der sogenannten "Nr. 1 Broad Street", der zweitgrößten Sammlung altbabylonischer sumerischer Literatur, die bisher entdeckt wurde, gefunden und wird im Rahmen von Schülerübungen angesetzt. Ich, eine Sklavin, habe keine Befugnis über meine Dame. Lass mich gehen! Lass mich ausreißen, Mein Mann! altbabylonisch SEAL no. 1764 UET 6/2, 386 https://seal.huji.ac.il/index.php/node/1764?tid=76 Bild:  http://www.ur-online.org/file-detail/32882/

Tonstempel Šar-kali-šarri´s

Šar-kali-šarri war der letzte der 5 Grokönige im Reich von Akkad und regierte von 2218- 2193 v.u.Z. (mittlere Chronologie) bzw. 2154-2129 v.u.Z. (kurze Chronologie) als Nachfolger seines Vaters Naram-Sin . Im ersten Regierungsjahr setzte Šar-kali-šarri die Arbeiten am Ekur-Tempel des Enlil in Nippur fort. Auf dem Tonstempel hier, von dem es mehrere Exemplare gibt, nennt er sich selbst „Erbauer des Tempels“. Am Ende seiner Regierungszeit drangen die Gutäer immer weiter in die mesopotamische Tiefebene vor und bedrohten das Land mit diversen Viehdiebstählen und Kämpfen. Die Schwierigkeit eines erfolgreichen Widerstandes gegen die Gutäer bestand in deren Guerillataktik. Mit schnellen und kurzzeitigen Angriffen wurden Ortschaften geplündert und zerstört. Ehe die Truppen von Šar-kali-šarri ankamen, hatten sich die Gutäer wieder in das Bergland geflüchtet. Auch in Sumer erwuchsen Probleme, da in Lagasch, Ur und anderen Orten die lokalen Fürsten nach Unabhängigkeit strebten. Lokale Dispute kon...

Religion in Kuntillet Ajrud

Die Inschriften von Kuntillet Ajrud bilden die vielleicht bedeutendsten Textdaten außerhalb der biblischen Literatur zur Religion des nördlichen Königreichs Israel während der frühen Eisenzeit (Eisen IIb 840-721 v.u.Z.). Da die Inschriften aus dem späten neunten und frühen achten Jahrhundert stammen, bieten sie ein einzigartiges Fenster in die vordeuteronomische religiöse Landschaft Israels und Judas, an der El, Baal und Jahwe beteiligt sind. Die Jahwe-Aschera-Inschriften spiegeln die religiöse Landschaft der Schriftgelehrten wider, die ihr Handwerk erlernen, sie repräsentieren die Einbettung religiöser Ideen und Praktiken in die israelische Schreibausbildung. Kuntillet Ajrud liegt in der kargen Wildnis des zentralen Sinai. Die Stätte wurde 1869 entdeckt. Die Stätte wird oft als religiöser Ort angesehen, der von Priestern bevölkert wurde (laut Meshel), obwohl dort gar keine Tempel, Schreine oder Kultgegenstände waren (siehe Hadley 1993). Die Zeichnungen von Kuntillet Ajrud weisen direk...