Das Ištar-Tor (Ištar-sākipat-tēbîša) Die inneren Stadtmauern Babylons hatten acht Tore, vier auf jeder Seite des Flusses Arahtu, einem Arm des Euphrat, der die Stadt in zwei Hälften teilte. Das der Göttin Ištar geweihte Tor, das sich in der Nordmauer Ostbabylons befand, war das größte, prächtigste und wichtigste Tor der Stadt, zumindest in der neubabylonischen Periode (625-539 v.u.Z.). Das Ištar-Tor wurde von Nebukadnezar II. (reg. 604-562 v.u.Z.) zu einem monumentalen und reich verzierten Doppeltor umgebaut. Dieses majestätische Eingangstor aus blau glasiertem Ziegelstein mit seinen zahlreichen Basreliefs von Stieren und mušhuššu-Drachen ist heute das Wahrzeichen Babylons. Moderne Rekonstruktionen davon befinden sich im Vorderasiatischen Museum in Berlin sowie in Babylon selbst. Außerdem ist es das einzige Tor Babylons, das anhand eines akkadischen Textes an Ort und Stelle mit absoluter Sicherheit identifiziert werden konnte; diese Inschrift von Nebukadnezar II. ist auf einen großen ...