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Ägyptische "Ächtungstexte"

"Ächtungstexte" sind Texte, die u.a. auf Tongefäße geschrieben wurden und Namen von Feinden, feindlicher Königen und Völkern enthielten. Diese Gefäße wurden dann zerschlagen - genauso wie es dem Feind, dem feindlichen König oder dem feindlichen Volk ergehen sollte. Die ältesten Ächtungstexte wurden in mehreren Tongefäßen an vier Stellen in der Umgebung der Cheopspyramide bei Gizeh gefunden und stammen aus der 6. Dynastie (ca. 2347–2216 v.u.Z.). Sie enthalten zahlreiche ägyptische und nubische Personennamen sowie einige auch sonst bekannte nubische Völkernamen. Eine weitere Gruppe von Ächtungstexten stammt aus der früheren 12. Dynastie (ca. 1938–1759 v.u.Z.) und ist auf Tongefäße geschrieben; eine etwas jüngere Gruppe ist auf Tonfigürchen geschrieben, weitere Ächtungstexte des Mittleren Reiches stammen aus Mirgissa. Die Texte aus dem Mittleren Reich nennen nubische Fürsten, kanaanäische Städte mit ihren Fürsten, u. a. Jerusalem, sowie ägyptische Verstorbene.  Quell...

Felsritzungen von Tanum

Die Felsritzungen von Tanum liegen auf dem Gebiet der schwedischen Gemeinde Tanum in der historischen Provinz Bohuslän. Sie sind etwa 3000 Jahre alt und gehören zur Bronzezeit. Durch den großen Reichtum unterschiedlicher Motive – bisher wurden über 10.000 Gravuren entdeckt – geben die Felsenritzungen Aufschluss über das religiöse und soziale Leben dieser Zeit. Als die Felsritzungen geschaffen wurden (1800–500 v.u.Z.), lagen diese Plätze am Meeresufer. Heute befinden sie sich aufgrund der skandinavischen Landhebung 25–30 m über dem Meer. Die Variation in Bohuslän ist sehr groß. Schiffsdarstellungen mit zahlreichen Mannschaftsstrichen, hinter- oder übereinander eingeschlagen, wechseln mit Bildern schwert- oder axttragender Männer, auch Reiter. Es kommen Adoranten (1) mit erhobenen Armen und gespreizten Fingern, Lurenbläser (2) und Tänzer vor. Bilder von Wild- und von Haustieren (Stiere) sowie von Wagen und Pflügern stellen den Bezug zum Ackerbau her. Dagegen sind keine Hausbilder be...

Reisen der Marduk-Statue

Marduk (sumerisch: DINGIR.AMAR.UD‚ "Kalb des Utu") war im mesopotamischen Raum auch als Bel („Herr“) bzw. Bel-Marduk bekannt. Ursprünglich war Marduk ein Stadtgott von Babylon, bis Hammurapi ihn zum babylonischen Stadtgott und zum obersten Gott des Pantheons erklärte. Seinen Aufstieg als oberster Gott über die Stadtgrenzen hinaus erfuhr Marduk ab der 2. Dynastie von Isin in dem Schöpfungsmythos Enūma eliš. In diesem wird beschrieben, wie Marduk von den anderen Göttern zu ihrem Oberhaupt gewählt wird. Somit übernahm Marduk die Funktion einer Vielzahl von Göttern, was sich in den 50 Namen des Marduk widerspiegelte. Obwohl die Schreibweise des Namens „amar-ud“ als Kalb des Utu übersetzt werden kann, gibt es keine Hinweise, dass der Sonnengott Utu als Vater von Marduk galt. Vielmehr wurde er mit dem Beschwörungsgott Asalluḫi gleichgesetzt, um als Sohn Eas gelten zu können. (Q1) Esaĝila ("Haus „Erhobenes Haupt“") hieß ein Tempel in Babylon zu Ehren von Marduk. Im G...

babylonische Küche

Das Tablet YBC 4644 enthält 25 Rezepte und zwei weitere, YBC 8958 und YBC 4648, enthalten 10 weitere und ist aus der altbabylonischen Zeit um ca. 1700 v.u.Z. Gerösteter Gersten-Kräuter-Pilaw (Yale Babylonian Collection 4644, Rezept 25) Zutaten von der Tontafel: Wasser, Fett, geröstete Gerste, Mischung aus gehackten Schalotten, Rucola, und Koriander, Grieß, Blut, gestampfter Lauch und Knoblauch. 1 c. Ganze Gerste, gereinigt 2 c. Wasser 1 c. Vorratsbestand 2 Esslöffel aus Butter 1 Teelöffel. Salz- 1/4 Teelöffel Asafetida 1 Teelöffel. gemahlener Koriander 3 Schalotten, geschält 1 Handvoll Baby-Rucola 2 Esslöffel Grieß 2 Teelöffel Blut (optional, falls verfügbar) 1 Lauch, weiße und grüne Teile, gut gereinigt 4-5 Knoblauchzehen, geschält Vorheizen auf höchster Stufe. Verteilen Sie die gereinigte Gerste auf einem Backblech, um eine einzelne Schicht Getreide zu bilden. Legen Sie die Gerste auf die Grillflamme und lassen Sie sie ein paar Minuten, bis sie zu rauchen beginnt ...

Krankheit und Medizin

Sumer und Babylon Schon unter den ältesten verständlichen literarischen Texten um 2700 v.u.Z. finden sich Beschwörungen gegen Skorpionstich, Schlangenbiß sowie gegen Krankheiten von Mensch und Tier. Ärzte sind bereits in Texten aus der Mitte des 3. Jahrtausends v.u.Z. erwähnt. Die ältesten therapeutischen Anweisungen für die Bereitung von Breiumschlägen sowie für innerlich und äußerlich anzuwendende Arzneien stammen aber erst aus der Zeit der 3. Dynastie von Ur (um 2100-2000 v.u.Z.). Diese von jeglichen magischen Ritualen freien Rezepte muten sehr rational an. Briefe aus altbabylonischer Zeit (um 1800 v. Chr.) aus Mari am mittleren Euphrat zeigen, daß die Behandlung eines Kranken gemeinsam von Arzt (asum) und Beschwörer (wäsipum) durchgeführt wurde. Dem Seher (bärum) kam die Aufgabe zu, mittels Leberschau oder anderer divinatorischer Verfahren den Grund der Erkrankung zu ermitteln. Obwohl die in Babylonien praktizierte Opferschau zu einer höchst detaillierten anatomischen Kenntnis d...

Alltag in Sumer

Das tägliche Leben der Sumerer ist dank der Erfindung des Schreibens gut dokumentiert. Die vielen Reliefschnitzereien und Statuetten verleihen den Texten Farbe und tragen dazu bei, diese lebendige Kultur zum Leben zu erwecken. In den Häusern der Armen und Reichen sind der Ehemann und der Vater der Hausherr. Er hat das Recht, sich von einer unfruchtbaren Frau scheiden zu lassen und Konkubinen zu nehmen. Er darf sogar unter bestimmten Umständen seine Frau und seine Kinder in die Sklaverei verkaufen. Eine solche Situation könnte sich aus der Verschuldung eines Mannes ergeben, der reicher ist als er selbst, der dann die Familie des Schuldners als Sklaven in seinen eigenen Haushalt aufnehmen würde. In einigen Fällen kann dieses Schicksal ihr Leben tatsächlich verbessern. Trotz der Position des Ehemanns hat eine Frau der Oberschicht beträchtliche Freiheit. Sie hat das Recht, Eigentum zu besitzen und ein vom Einkommen ihres Mannes getrenntes Einkommen zu haben. Sie darf auch Beweise in ein...

Behistum-Inschrift des Darius

Darius, Behistun-Inschrift (DB), Columne 1 Die Behistun-Inschrift hat ihren Namen vom Ort Bisutun (Behistan), der rund 30 Kilometer östlich von Kermānschāh im Iran liegt. Die Inschrift wurde 2006 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. In einem Felsmassiv in großer Höhe ließ der Achämenidenkönig Dareios I. die Abbildungen der Könige vor gefesselten Gefangenen einmeißeln. Über der Darstellung schwebt Faravahar, das Symbol des Zoroastrismus (einige Gelehrte glauben hingegen, der „Flügelmann“ symbolisiere den „Glückglanz“ des Königs). Dazu ließ Dareios eine dreisprachige Tafel, in den Sprachen Altpersisch, Elamisch und Babylonisch anbringen. Was der Stein von Rosette für die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen bedeutet, war die dreisprachige Behistun-Inschrift für die assyrische und elamische Keilschrift. https://de.wikipedia.org/wiki/Behistun-Inschrift (1) (1,1-3). Ich bin Darius der große König, König der Könige, König in Persien, König der Länder, Sohn des H...