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Alteuropa II - Vinca-Kultur (Donauzivilisation)

Vinca-Kultur (Donauzivilisation) 5400 - 4500 v.u.Z., Serbien, Rumänien, Ungarn, Bosnien Donauzivilisation lt. Haarmann: "Auf einigen der Idole finden sich einzelne Ritzlinien, die als Töpfer- oder Besitzermarken gedeutet werden. Einige Forscher wollten daraus eine Frühform der Schrift ableiten. ... Da Schrift gewöhnlich auftaucht, wenn größere Verwaltungsaufgaben zu bewältigen sind (Lagerhaltung und Steuereinziehung), ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese einfache Bauernkultur dafür Verwendung besaß. Die litauische Archäologin Marija Gimbutas rechnete die Vinca-Kultur zu den Alteuropäischen Kulturen, welche durch eine – von ihr mit den Proto-Indoeuropäern verbundene – Invasion patriarchalischer „Kurgan-Völker“ aus dem Osten zerstört oder assimiliert wurden.  Heute sehen Archäologen eher soziale Veränderungen (Chapman) oder einen Klimaumschwung als Grund für das Ende der Vinca-Kultur. http://de.wikipedia.org/wiki/Donauzivilisation " »Zeiträume der Vorgeschic...

Altes Indien I - Induskultur/Meluhha

Spätestens vor 30.000 - 40.000 Jahren v.u.Z. sind im Gebiet (Indien) Vorfahren des heutigen Menschen belegt. Neolithische Felsenbilder stammen vorwiegend noch von frühen Jäger- und Sammlerkulturen. In Südasien werden die Jäger- und Sammlerkulturen etwa um 7000 - 6000 v.u.Z. von Ackerbaukulturen abgelöst.  In Mehrgarh (im Gebiet der späteren Induskultur) entstehen um 6500 v.u.Z. erste Dörfer mit Gerste- und Weizenanbau, mit Ziegen, Schafen und indischen Buckelrindern. Weizen: altiranisch = gantuma vedisch = godhúma dravidisch = godi hethitisch = khand frühkaukasisch = *ghomu - Hirse wurde im späten 3.Jt. v.u.Z. aus Afrika eingeführt - Reisanbau um 2000 v.u.Z. in Mehrgarh angekommen (aus Südchina) - Schafe und Ziegen stammen aus dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmond Induskultur 2600 - 1900 v.u.Z., Entwicklungsvorstufe ab 6000 v.u.Z. Harappa (NO-Pakistan) war um 3500 v.u.Z. noch ein Dorf, erst gegen 2600 v.u.Z. entwickelte man einen ers...

Alter Orient III - Grenzstreit zwischen Lagaš und Umma

Wir befinden uns wieder im Lande "Sumer" zu frühdynastischer Zeit... Es handelt sich um den ältesten, uns bekannten Vertrag (um 2470 v.u.Z.) zwischen Eannatum von Lagaš und Enakalle von Umma. Es geht um das Gebiet "Gu-eden-ak" ("Rand der Steppe"). Die Quellen sind jedoch vorrangig aus Lagaš. "Guedenak" ist ein Gerstenanbaugebiet zwischen Lagaš und Umma. Es wird durch einen Bewässerungsgraben vom Euphrat aus bewässert, welcher aber durch das Gebeit von Umma verläuft. "(Gott) Enlil hatte einst für (Gott) Ningirsu von Lagaš und (Gott) Šara von Umma die Grenze festgelegt ..." Mesalim von Kiš (~2600 v.u.Z.) hatte die Grenze vermessen und eine (Grenz-)Stele gesetzt. Der Regent Uš (oder Giš) von Umma eignete sich das Gebiet Guedenak an und versetzte die Grenzstele in das Gebiet von Lagaš. Da Regent Urnanšek (Ur-Nanše, um 2520 v.u.Z.) von Lagaš sich noch mit einem Sieg über Umma rühmte, regierte Uš demnach wohl in der Zeit von Aku...

Alter Orient I - Frühe Kulturen

Altsteinzeit ~ 15.000 v.u.Z.: Kebaran-Kultur, Palästina, Jäger + Sammler, errichteten einfache Behausungen wie die kreisförmige Steinsetzung von ´Ain Gev (Ostufer See Genezareth, heute Israel) Epipaläolithikum (auch Proto-Neolithikum) ~ 12.000 – 10.000: Wird in der Levante (Fruchtbarer Halbmond) nach charakteristischen Fundstücken im Wadi an-Natuf (Westjordanland) auch als „Natufien“ bezeichnet. Der Prozess der beginnenden Sesshaftigkeit setzt sich bei kleineren Gruppen von Jägern und Sammlern kontinuierlich fort (> runde Lehmhütten auf Steinsockeln). Ihre Toten bestatten sie einzeln oder zu mehreren in liegender Haltung mit angezogenen Beinen (Hockerstellung). Grabbeigaben die auf bestimmte Jenseitsvorstellungen oder Totenrituale schließen lassen, blieben die Ausnahme. Schmuckgegenstände aus Muscheln und Knochen sind dagegen die Regel und dürften aus dem persönlichem Besitz der Verstorbenen stammen. Dem Natufien entsprechen epipaläolithische Kulturstufen mit vergleichbaren A...

Alter Orient II - Legitimation von Herrschaft

1.Titel Titel (sumerisch) Titel (akkadisch) Bedeutung Eme-Sal (Dialekt) [Q3] En belu(m) Herr, Gebieter erstmals in Inschriften von Uruk, Mitte 3. Jahrtausend v.u.Z. nachweisbar und bis 4. JT. v.u.Z. zurück verfolgbar, (Ende 4. JT v.u.Z. in enger Verbindung mit der Verteilung von Gedreide  [Q1] ), in Südmesopotamien auch als "Enum" (=Priester) vorhanden u 3 -mu-un Lugal šarru(m) König ABER: lu-gal konnte auch der Chefadministrator eines Tempels oder ein Vorarbeiter etc. sein, (> weiterführend siehe unten) dazu: Schreibweise gal.lu, die auf ein grammatikalisches Artefakt hindeutet (Adjektiv als Prefix vor Nomen), wo sich Schrift und Sprechsprache unterschieden. Ensi 2 išš(i)akku(m) Stadtfürst u 3 -mu-un-si Nin bel(t)u Gebieterin, Herrin (Geliebte), Lautwert e reš (wie: Ere š .ki.gal (MUNUS+nam = "Frau bedeutsam") ga-ša-an sukkal Bote oder Vezier, auch: sukkal.mah (mächtiger/erster Bote), auch in Elam für Könige benutzt, die Assyrer hatten auch noc...

Alter Orient IV - Sargon und Enheduanna

En-ḫedu-ana (lt. Binkley ca. 2285-2250 v.u.Z.), die Tochter des Dynastiegründers Sargon von Akkad (MC: 2356 bis 2300 v.u.Z.) und En-Priesterin des Mondgottes von Ur war eine der herausragendsten Gestalten ihrer Zeit. Sie gilt als erste historisch bekannte Autorin, deren Werke schriftlich überliefert wurden. Zunächst war En-ḫedu-anna Naditum-Priesterin des Himmelsgottes Anu in Uruk, der Inanna in Uruk und des Nanna in Ur. Nach dem Tod der alten Entu-Priesterin berief sie ihr Vater um 2270 v.u.Z. zur neuen Hohenpriesterin im Egipar in Ur. Sie war damit automatisch die „Gemahlin“ vom Mondgott Nanna (akkadisch Su’en, babylonisch-assyrisch Sîn). http://de.wikipedia.org/wiki/En-hedu-anna Es sind jedoch nur wenige Quellen erhalten:  * die Siegel von dreien ihrer Diener, * eine Alabasterscheibe mit Inschrift aus Ur, * und mehrere Literaturwerke aus altbabylonischer Zeit In ihrem Literaturwerk handelt es sich primär um Hymnen an die Göttin Inanna: * nin-me-šara und in-nin šà-gur4-ra ...