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Moses und Sargon

Geburtslegende Sargons bzw. Akkadische Sargonlegende

Der Text der Legende ist auf Tontafeln aus der Bibliothek Assurbanipals in Ninive sowie einer jüngeren Tafel aus Babylonien erhalten. Der Text ist in akkadischer Schrift und ca. von 1200-700 v.u.Z.



Sargon, großer König, König von Akkade, bin ich:
Meine Mutter war eine Hohepriesterin, meinen Vater kannte ich nicht.
Die Familie meines Vaters wohnt im Hochland;
Meine Stadt war Azupiranu, das am Ufer des Euphrat liegt.
Meine Mutter, die Hohepriesterin, hat mich empfangen, hat mich heimlich gepackt,
(Und) sie legte mich in einem Rohrkorb, versiegelte meinen Deckel mit Bitumen.
Sie setzte mich auf den Fluß, von wo ich nicht aufsteigen konnte;
Der Fluss trieb mich hoch und brachte mich zu Aqqi.
Der Zauberer Aqqi hob mich auf, als er seinen Eimer eintauchte,
... Aqqi zog mich als sein Adoptivsohn auf.
... Aqqi hat mich in einem Dattelhain arbeiten lassen,
Während meiner Arbeit im Dattelhain liebte mich die Göttin Ishtar.
Fünfzig Jahre lang habe ich das Königtum ausgeübt
Und regierte das schwarzköpfige Volk.
Ich habe gewaltige Berge mit Kupferstücken durchschnitten,
Viele Male bestieg ich die oberen Berge.
Viele Male habe ich die unteren Berge durchquert,
Dreimal umrundete ich den gesamten Ozean.
(Rest fragmentarisch)
(Q1)

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„Scharrukin (= Sargon), der starke König, der König von Akkade bin ich. Meine Mutter war eine Verstoßene, meinen Vater kannte ich nicht. Die Verwandtschaft meines Vaters wohnt im Gebirge. Meine Geburtsstadt ist die Stadt Safran, die am Ufer des Euphrat liegt. Es empfing mich die Mutter, die Verstoßene gebar mich heimlich. Sie legte mich in einen Korb aus Schilf, mit Asphalt verschloss sie meine Öffnungen. Sie ließ mich auf dem Fluss nieder, aus dem ich nicht mehr selbst emporsteigen konnte. Der Fluss trug mich, zu Aqqi dem Wasserschöpfer brachte er mich. Aqqi der Wasserschöpfer holte mich wahrlich durch ein Eintauchen des Eimers herauf. Aqqi der Wasserschöpfer nahm mich zu seiner Sohnschaft an, er zog mich wahrlich groß. Aqqi der Wasserschöpfer setzte mich wahrlich in seine Gärtnerarbeit ein. Bei meiner Gärtnerarbeit gewann mich die Ischtar wahrlich lieb. (54?) Jahre übte ich wahrlich die Königsherrschaft aus. Die schwarzköpfigen Menschen beherrschte und regierte ich wahrlich“. 
(Q2)


Die Tätigkeit der Mutter wird häufig als Priesterin oder Hohepriesterin übersetzt. Die akkadische Vokabel (e-ni-tu oder en-né-tu) ist aber nicht ganz klar. Die Deutung als „Priesterin“ (akkadisch: entu) hat zum Problem, dass ein "Barbar" aus den Bergen in intimen Kontakt mit einer zur Jungfräulichkeit verpflichteten Priesterin treten sollte. Aber dass Sargon nicht von Geburt an zum Herrscher bestimmt war, geht aus dem Text eindeutig hervor.

Die Legende ist erst auf Textzeugen aus neuassyrischer Zeit belegt, also aus einer Epoche der besonderen Hochschätzung Sargons von Akkad. Es spricht alles dafür, dass die Akkadische Sargonlegende in neuassyrischer Zeit entstanden ist. Damit liegt also keine Quelle aus der Zeit des historischen Sargon von Akkade vor, sondern wiederum ein Dokument seines Nachlebens. Sehr wahrscheinlich ist die Entstehung der Legende in die Zeit Sargons II. von Assyrien zu datieren und gehört in den Zusammenhang des Legitimationsbedürfnisses dieses Königs. (Q2)
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Die Geburt von Mose

Zu jener Zeit heirateten ein Mann und eine Frau aus dem Stamm Levi. Die
Frau wurde schwanger und bekam einen Sohn. Als sie sah, was für ein schönes Kind es war, hielt sie es drei Monate lang versteckt. Schließlich konnte die Frau ihren Sohn nicht länger verstecken. Da nahm sie einen kleinen Korb aus Schilfrohr, dichtete ihn mit Erdharz und Pech ab und legte das Kind in den Korb. Dann setzte sie diesen ins Schilf am Nilufer. Die Schwester des Jungen blieb in einiger Entfernung stehen, um zu erfahren, was mit ihm geschehen würde.  Da kam die Tochter des Pharaos zum Fluss und wollte baden. Ihre Dienerinnen spazierten währenddessen am Flussufer entlang. Die Tochter des Pharaos entdeckte den Korb im Schilf und befahl einer ihrer Dienerinnen ihn ihr zu holen. Als die Tochter des Pharaos den Korb öffnete, sah sie den weinenden Jungen darin. Sie bekam Mitleid und sagte: »Das muss eines der hebräischen Kinder sein.« Da fragte die Schwester des Jungen die Tochter des Pharaos: »Soll ich eine Hebräerin holen, die das Kind für dich stillt?«
»Ja, tu das«, antwortete die Tochter des Pharaos: Das Mädchen lief nach Hause und holte die Mutter des Jungen. »Nimm dieses Kind mit nach Hause und stille es für mich«, sagte die Tochter des Pharaos zu ihr. »Ich werde dich für deine Hilfe bezahlen.« Da nahm die Mutter ihren Sohn mit nach Hause und stillte ihn. Als der Junge groß genug war, brachte sie ihn der Tochter des Pharaos, die ihn als ihren eigenen Sohn annahm. Die Tochter des Pharaos sagte: »Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen«, und nannte ihn Mose.
(Q3)
Q1: http://etana.org/node/578
Q2: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1237005
Q3: https://www.bibleserver.com/text/NLB/2.Mose2

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