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Entwicklung Universum-Erde-Mensch-Kultur

Zeittafel
"Evolutionen" gab (und gibt) es auf verschiedenen Gebieten. Angefangen mit der "kosmischen (oder "physischen") Evolution", der Entstehung des Universums. Im Folgenden tritt die "chemische Evolution" auf, die die Erstenstehung von Leben (auf der Erde) beschreibt und den Anfang des "organischen" Bewusstseins darstellt. In Folge spricht man von der "biologischen Evolution".
- 20 - 13,7 Mrd. Jahren10 hoch-32 sek. nach Big Bang > Gravitationswellen
10 hoch 10 °K, Neutrinos koppeln sich ab (1 sek. Nach Big Bang ?)
~ 19,99964 - 12,99964 Mrd. JahrenFreisetzung Hintergrundstrahlung
- 19,9 - 12,9 Mrd. JahrenReionisation
- 15 - 13,7 Mrd. JahrenUniversum, -271°C, 1 Teilchen pro qm,
- 13,5 Mrd. JahrenEntstehung erster Galaxien
- 13,4 Mrd. Jahrenerste Supernova-Explosionen
- 12 Mrd. JahrenEntstehung der ältesten Sterne unserer Milchstraße


Erde
- 4,6 - 4,2 Mrd. JahrenHadaikum, 4,6 Mrd. Entstehung der Erde
- 4,6 - 4 Mrd. JahrenEntstehung organischer Moleküle aus anorganischen Molekülen (Abiogenese) -> "chemische Evolution"
- 4,2 Mrd. JahrenEntstehung des Lebens, Beginn der biologischen Evolutionweiterlesen: Abiogenese
- 4,0 – 2,5 Mrd. JahrenArchaikum, 3,2 Mrd. Jahre v.u.Z. - Einzeller
2,7 Mrd. Verfestigung Erdkruste abgeschlossen
- 2,7 - 1 Mrd. Jahre - Kontinent Ur (?)
- 2,5 – 1,6 Mrd. JahrenPaläoproterozoikum
Siderium (2,5 - 2,3 Mio.)
Rhyacium (2,3 - 2,05 Mio.)
Orosirium (2,05 - 1,8 Mio.)
Statherium (1,8 - 1,6 Mio.)
2,2 Mrd. - Photosynthese
~ 2,5 Mrd. Kontinent Arktika
2,45 - 2,11 Mrd. - Kontinent Kenorland
- 1,6 – 1 Mrd. JahrenMesoproterozoikum
Calymmium (1,6 - 1,4 Mrd.)
Ectasium (1,4 - 1,2 Mrd.)
Stenium (1,2 - 1 Mrd.)
1,5 Mrd. - Eukaryoten
-1,8 - 1,5 Mio. Kontinent Columbia (Nena (N-Europ.+N-Amerik.) + Atlantika)
- 1 Mrd. - 542 Mio. JahrenNeoproterozoikum
Tonium (1 Mrd - 850 Mio.)
Cryogenium (850 - 635 Mio.)
Ediacarium (635 - 542 Mio.)
600 Mio- Vielzeller
- 600 - 540 Mio. - Pannotia
- 542 - 251 Mio JahrenPaläozoikum
Kambrium (542 - 488,3Mio.)
Ordovizium (488,3 - 443,7 Mio.) erste Hartschalentiere erste Wirbeltiere, Massenaussterben
Silur (443,7 - 416 Mio.) erste Fische
Devon (416 - 359,2 Mio.) erste Amphibien, erneutes Massenaussterben, erste Reptilien
Karbon (359,2 - 299 Mio.) Reptilien, Nadelbäume , großes Massenaussterben
Perm (299 - 251 Mio.)





- 280 Mio. JahrenReptiliengehirn, "organischer Geist"
- 251 - 65,5 Mio. JahrenMesozoikum
Untertrias (251–245,9)
Mitteltrias (245,9–228,7)
Obertrias (228,7–199,6) erste Conodonten, erste Dinosaurier
Unterjura (199,6–175,6) erste Säugetiere
Mitteljura (175,6–161,2) erste Blütezeit der Dinosaurier, „Urvogel“ Archaeopteryx
Oberjura (161,2–145,5) Aussterben der Dinosaurier, Iridium-Anomalie
Unterkreide (145,5–99,6)
Oberkreide (99,6–65,5)


- 165 Mio. Jahrenältere Säugetiere, "limbisches System", "refexiver Geist"
- 65,5–23,03 Mio. JahrenPaläogen Paläozän (65,5 - 58,7 Mio) plötzl. Temp.-Anstieg von 5-6°C, plötzl. Freisetzung von Kohlenstoff
Eozän (55,8 - 33,9 Mio) Weiterentwicklung der Säugetiere und Vögel, Unpaarhufer, Fledertiere,
Oligozän (33,9 - 23,03 Mio) moderne Säugetier-Ordnungen, Primaten und Nagetiere
- 50 Mio. Jahrenjüngere Säugetiere, "Neokortex", "selbstreflexiver Geist"
- 40 Mio. JahrenHominoideae (Menschenähnliche)
- 23,03 - 2,588 Mio. JahrenNeogen Miozän (23,03 - 5,332 Mio)erste Affen / erster aufrechter Gang
Pliozän (5,332 - 2,588 Mio) weitere Entwicklung d. Urmenschen
- 6 Mio. JahrenHominidae (Menschenartige), aufrechter Gang
- 5 Mio. JahrenGorilla und Schimpansen spalten sich ab
Wenn Schimpansen, als unsere nächsten stammesgeschichtlichen Verwandten, sich selbst im Spiegelbild erkennen, weist dies auf eine kognitive Fähigkeit hin, die eine Unterscheidung zwischen Ich und Nicht-Ich, zwischen Subjekt und Objekt, erzeugt. Dies ist eine erste, wenn auch primitive, Stufe des Bewusstseins. Der Durchbruch zu voller Bewusstheit erfolgte aber erst beim Homo Sapiens.

Gattung Homo
weiterlesen: Stammbaum des Menschen
- 3,5 - 1 Mio. JahreGattung Homo: Australopithecus
- 2,588 – 1,806 Mio. JahrenPleistozän
Gelasium (2,588 - 1,806 Mio)
Altpleistozän (1,806 Mio – 781.000)
Mittelpleistozän (781.000 – 126.000)
Jungpleistozän (126.000 – 11.700)
- 2,5 Mio. JahrenHomo habilis (4/2 - 1,6 Mio. Jahre) benutzt selbsthergestellte Werkzeuge
Homininae (Menschen) vor 2 Mio. Jahren
Vor etwa 2,5 Mio. Jahren begann man mit der Herstellung von Steinwerkzeugen, welches eine Subjekt-Objekt-Trennung des Bewusstseins voraussetzt und dem Fleischverzehr (Jagd), welches eine vorausschauende Planung erforderlich macht.
Die Arbeitsteilung auf kooperierender Grundlage innerhalb kleiner Gruppen erscheint als die Basis, welche die Entkopplung von Bedürfnis und Befriedigung erlaubte und dadurch aufeinander aufbauende kulturelle Leistungen (wie Werkzeuggebrauch) als integralen Bestandteil im Verhalten der Menschen verankerte. Diese Fähigkeit, wie auch die Fähigkeit zu Konfliktvermeidungsstrategien, scheinen erst auf Grundlage einer bestimmten emotionellen Ausstattung möglich geworden sein, welche Konfirmität zu gemeinsamen Normen ermöglichte und so kulturell tradiertes Wissen über soziale Regeln dauerhaft verfügbar machte. Der Werkzeuggebrauch bei frühen Vertretern der Gattung Homo ist wahrscheinlich Folge, nicht Auslöser dieser Veränderung in der Sozialstruktur.
- 2 Mio. JahrenOldowan (älteste bekannte Steinindustrie, vorrangig Australopithecinen) fertigen möglicherweise aus dem Fell erlegter Tiere kleine SchutztalismaneAfrika
- 2 od. 1,7 Mio. - 100.000 JahrenHomo-erectus
Bei der Gattung Homo war das Bewusstsein nun soweit erstarkt, dass es sich als Ich erlebt und bewusst nun getrennt von der Umwelt ist. Ein reflexives Bewusstsein stellt sich heraus, welches das Denken in Kausalzusammenhängen ermöglicht. Hierbei kann man von der "mentalen Evolution" sprechen.
- 1,5 Mio. JahrenErste Geröllgeräte belegen Anwesenheit des Homo-erectus in Europa
Beim Homo erectus setzt eine merkliche Vergrößerung des Gehirnes ein, aber erst nach der Werkzeugherstellung.
Ab dem Homo erectus führte man die Feuerbenutzung und vermutlich auch den Schädelkult ein (Fund von Chou-k´ou-tien). Yves Coppens (1985) nennt dies die "erste existierende rituelle Manifestation". Andere sehen darin jedoch ein Zeichen für (darüber hinaus belegten) Kannibalismus, vielleicht aber als "zeremonieller Kannibalismus im Rahmen ritueller Beisetzung" (Erhard Oeser 1978)
- 1,5 Mio. - 150.000 JahreAcheuléen archäologische Kultur der Altsteinzeit, Afrika, Europa, Eurasien, Naher Osten, Indien
bifaciale Faustkeile, Kratzer, grobe Spitzen
- 1,1 Mio. JahrenÄltester Homo-erectus-Fund in IndonesienIndonesien
- 800.000 JahrenÄltester Homo erectus-Fund in ChinaChina
- 650.000 JahrenÄltester Homo erectus-Fund in EuropaDeutschland
- 600.000 - 540.0001.Eiszeit (Günz)
- 540.000 - 480.0001.Warmzeit
- 500.000 JahrenErster Hinweis auf Benutzung von FeuerChina
- 480.000 - 430.0002.Eiszeit (Mindel)
- 430.000 - 240.0002.Warmzeit
- 400.000 JahrenÄlteste Feuerstelle der WeltFrankreich, Ungarn
- 240.000 - 180.0003.Eiszeit (Riß)
- 180.000 - 120.0003.Warmzeit
- 120.000 JahrenZeit des klassischen NeandertalersEurasien
- 120.000 - 40.000 JahrenMoustérien bezeichnet einen Teil des europäischen Mittelpaläolithikums, ist es mit der Kultur der Neandertaler assoziiert.Europa
- 120.000-12.0004.Eiszeit (Würm)

Homo sapiens sapiens
- 120.000 JahrenErster archaischer Homo sapiens sapiens in Ostasien
Homininae (Menschen) vor 2 Mio. Jahren (Steinwerkzeuge)
Java
- 120.000 - 40.000 JahrenIm Mosterian, im Mittelpaläolithikum fanden bei den Neandertalern die ersten uns bekannten Bestattungen statt. Häufig in lockerer seitlicher Schlafstellung und mit vielen Kindesbestatungen. Gerade der Nachwuchs war den Neandertalern (überlebens-)wichtig, dementsprechend wurden die verstorbenen Nachkömmlinge sorgfältig bestattet. Archäologisch gilt dies als erste nachvollziehbare Auseinandersetzung mit dem Tod.
- 100.000 JahrenFrüheste Spuren des Homo sapiens sapiensOst- und Südafrika
"kulturelle Evolution"
- 50.000 JahrenHomo sapiens sapiens fängt an, Gebrauchs- und Kunstgegenstände zu erschaffen. Ab hier lässt sich dann von der "kulturellen Evolution" reden, die nun mit dem selbstreflexierenden Bewusstsein verbunden ist und als Quelle der Kreativität zu benennen ist.
"Je mehr der Mensch sein Überleben auf intelligente, technische Mittel und kulturelle Erfindungen aller Art stützte, desto weniger unterliegt sein Körper einem biologischen Adaptionsdruck, an sich selbst neue Fähigkeiten auszuprobieren. Dei Fähigkeit zur Kultur selbst, dürften ihrerseits über lange Zeit durch natürliche Selektion begünstigt worden sein." (W. Menninghaus)

weiterlesen: Entwicklung des Bewusstseins
~ 50.000 - 35.000 v.u.Z.Blattspitzen-Kultur als Übergangsindustrie der Altsteinzeit zwischen dem Mittel- und Jungpaläolithikum, flächenhaft bearbeitete blattförmige SpitzenMitteleuropa
~ 50.000 - 35.000 v.u.Z.Szeletien als Übergangsindustrie zwischen dem Mittel- und Jungpaläolithikum, zählt zu Blattspitzenkultur, NeandertalerMittel-Ost-Europa
~ 42.000 – 30.000 v.u.Z.Aurignacien als älteste archäologische Kultur des Jungpaläolithikums in Europa, Klingen, Hoch- und Kielkratzer, Geschossspitzen aus Knochen, Kleinkunst aus Elfenbein (Wildpferd, Löwe-Mensch)
West-, Mittel- und Südeuropa
- 40.000 JahrenHomo sapiens sapiens taucht erstmals in Europa aufFrankreich
- 40.000 JahrenDie Homo sapiens sapiens fingen mit der Herstellung von Gravierungen, Skulpturen und Reliefen an. > "Löwe-Mensch" Darüber hinaus fand man aber auch eine Elfenbeintafel (4 cm) mit dem Relief eines stehenden Menschens mit erhobenen, grüßenden (anwehrenden?) Händen. Auf der Rückseite ist eine Serie aus Punktenlinien eingearbeitet, welches auf Grund passender Zahlenkombinationen eine Verbindung zu Sonnen- und Mondphasen darstellen könnte. (ca. 40.000 v.u.Z.) Beides (Skulptur + Relief) stellt erstmalige Erzählungsinhalte dar, welche über die "irdische Spähre" hinaus reichen.
~ 38.000 – 32.000 v.u.ZChatelperronien, archäologische Kultur am Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum, kulturellen Beeinflussung des Neandertalers durch den Cro-Magnon-MenschFrankreich, N-Spanien
- 37.000 JahrenÄlteste Funde einer entwickelten KunstEuropa
- 37.000 JahrenIm Pavlovien fanden Einzel- und Mehrfachbestattungen statt, teils mit Beigaben wie Skulpturen. Zum Beispiel fand man eine begrabene Frau, die mit zwei Mammutschulterblättern abgedeckt war.
~ 30.000 – 25.000 v.u.ZGravettien, archäologische Kultur des mittleren Jungpaläolithikums in Europa, Rückengestumpfte Klingen, Gravettespitzen, Kerbspitzen; Handnegative, Venusfigurinen (Venus von Willendorf)
West-, Mittel- und Osteuropa
- 30.000 JahrenFrüheste HöhlenkunstFrankreich und Spanien
~ 20.000 v.u.Z.Es fand sich ein Kinderdoppelgrab (Kopf an Kopf, Nähe Moskau) und ein Erwachsenengrab, in dem sich Hunderte geschnitzte Elfenbeinperlen an fast allen Nähten der Lederkleidung befanden.
~ 20.000 – 14.500 v.u.ZSolutréen, archäologische Kultur des Jungpaläolithikums, Blattspitzen, Lorbeerblattspitzen, Weidenblattspitzen und Kerbspitzen, Erfindung Nadel (mit Öhr) aus KnochenW-Europa
~ 20.000 -15.000 v.u.Z.In einem Schacht der Höhle Lauscaux, der (auch?) heute noch häufig mit giftigem Kohlendioxid aufgefüllt ist (weswegen man nur kurz rein kann) befindet sich die isolierte Darstellung eines sterbenden, vogelköpfigen Mannes mit erigierten Penis (wohl als Zeichen für einen gewaltsamen Tod) und einem, durch einen Wurfspeer wohl tödlich verwundeten Bison. Diese zählt als die erste bekannte Darstellung des Todes, bzw. eines Sterbenden.
~ 18.000 – 12.000 v.u.ZMagdalenien, archäologische Kultur im jüngeren Abschnitt des Jungpaläolithikums, Klingenindustrien mit erster Tendenz zur Mikrolithisierung; Speerschleudern und Harpunen aus Knochen; Höhlenmalerei (Lascaux); KleinkunstZentraleuropa
~ 15.000 v.u.Z.Altsteinzeit
Kebaran-Kultur, Palästina, Jäger + Sammler, errichteten einfache Behausungen wie die kreisförmige Steinsetzung von ´Ain Gev (Ostufer See Genezareth, heute Israel)
- 14.000 JahrenDomestizierung des WolfesEuropa
- 14.000 JahrenDie Temperatur stieg innerhalb von vielleicht nur 100 Jahren um 10°C an und erreichte fast nacheiszeitliche Durchschnittswerte. Innerhalb von 1000 Jahren fiel die Temperatur stufenweise wieder ab und schnellte dannach innerhalb weniger Jahrhunderte wieder um 16-17°C nach oben.
~ 12.000 v.u.Z.Ein Kennzeichen des gesamten Neolithikums ist der „Schädelkult“, bei dem die Köpfe der Verstorbenen separat von den Körpern aufbewahrt wurden. Jedoch wurde der Kopf erst nach vollständiger Verwesung abgetrennt. Die ersten Hinweise auf eine nachträgliche Entnahme des Kopfes aus einem Grab finden sich im Vorderen Orient bereits um 60.000 v.u.Z. bei einem Neanderthalerskelett aus der Kebaran-Höhle (Israel). In den Gräbern des levantinischen Natufiens (12.000 – 10.000 v.u.Z.) häufen sich die Exhumierungen von Totenschädeln. Es kam auch die Sitte auf, den Schädel mit einer Masse aus Lehm und Gips zu überziehen, um damit die Gesichtszüge nachzubilden. Eingesetzt Muschelaugen und farbige Haarwiedergabe verliehen den Köpfen dann eine gewisse Lebendigkeit. Nach einer speziellen Behandlung wurden die Köpfe dann ( wohl nach einer gewissen Zeit) wieder unter den Fußböden der Wohnhäuser beigesetzt. Eine Ausnahme stellt das „Schädelgebäude“ in Cayónú dar, in dem die Skelettreste von mind. 400 Personen gestapelt waren (ähnlich wie in einem mittelalterlichen, europäischen „Beinhaus“). Gegen Ende des keramischen Neolithikums wurde der Schädelkult aufgegeben und man ging dazu über, die Toten vollständig in Hockerlage außerhalb der Siedlungen beizusetzen.
12.000Erste SiedlungsspurenNordamerika
~ 12.000 -10.000 v.u.Z.Epipaläolithikum (auch Proto-Neolithikum)
Levante (Fruchtbarer Halbmond, „Natufien“), Prozess der beginnenden Sesshaftigkeit setzt sich bei kleineren Gruppen von Jägern und Sammlern kontinuierlich fort (> runde Lehmhütten auf Steinsockeln). Ihre Toten bestatten sie einzeln oder zu mehreren in liegender Haltung mit angezogenen Beinen (Hockerstellung). Grabbeigaben die auf bestimmte Jenseitsvorstellungen oder Totenrituale schließen lassen, blieben die Ausnahme. Schmuckgegenstände aus Muscheln und Knochen sind dagegen die Regel und dürften aus dem persönlichem Besitz der Verstorbenen stammen.

Sesshaftigkeit
- 11.700 JahreHolozän
- 11.000 - 9.000 JahrenEtwa vor 11.000 und 9000 Jahren war es ähnlich warm wie jetzt, vielleicht sogar wärmer.
~ 10.000 - 6.000 v.u.Z.Jungsteinzeit (Neolithikum)
Es erfolgt der Schritt zur endgültigen Sesshaftigkeit in Vorderasien (> Ackerbau, Viehzucht). Pflanzen werden kultiviert, Tiere domestiziert und Vorräte angelegt. Dennoch hatte Jagen, Fischen und Sammeln noch große Bedeutung. (> Neolithische Revolution). Es kam zu einem Bevölkerungszuwachs, das menschliche Lebensalter erhöhte sich auf ca. 30 Jahre und die Kindersterblichkeit verringerte sich, so dass nur noch jedes 2. Kind das erste Jahr nicht überlebte. Das gemeinschaftliche Zusammenleben auf engen Raum erforderte Regeln und Normen, einschließlich bestimmter Personen oder Instanzen, die für die Konfliktlösungen zuständig waren. Handwerker spezialisierten sich und religiöse Vorstellungen entwickelten sich, da die magischen Praktiken der Jäger und Sammler nicht mehr genügten.
~ 10.000 - 9.000 v.u.Z.Akeramische Neolithikum (PPN A)
Knüpft an die Traditionen des Natufiens an: Es entstanden runde Lehmhütten mit 3-8 Meter Durchmesser aus erstmalig luftgetrockneten Lehmziegeln, die mit Kalkmörtel verfugt wurden. Darüber hinaus entstanden Versammlungsgebäude mit teilweise skulptierten Pfeilern an den Wänden. Ebenfalls in einem religiös-rituellen Kontext sind auch die mind. 20 großen kreisförmigen Anlagen aus meterhohen Steinplatten in Göbekli Tepe (Türkei) zu sehen. Eine Ausnahme stellt Jericho dar, für dessen massive Umfassungsmauer und dem angegliederten Turmgebäude schätzungsweise mehr als 10.000 Tonnen Stein verarbeitet wurden. Daher ist aber eine sesshafte Kultur nicht untrennbar mit der Keramikherstellung verbunden (Jericho um 7000 v.u.Z., akeramisch, ~ 1500 Bewohner).
~ 9.000 v.u.Z.Erste SchafzuchtMesopotamien
~ 9.000 v.u.Z.Aussäen von Getreide, das im Anbaugebiet nicht heimisch istNordsyrien
~ 9.000 v.u.Z.Erste KeramikChina
~ 9.000 - 8.000 v.u.Z.Akeramische Neolithikum (PPN B)
Es findet ein Wechsel zu rechteckigen Häusern statt, z.B. die monumentalen Steinbauten von Göbekli Tepe. Hier entstanden naturgetreue Reliefs mit Schlangen, Adlern, Füchsen, Wildschweinen und Löwen, sowie rundplastische männliche und weibliche Figuren und Vogel-Mensch-Mischwesen. Göbekli Tepe erscheint dadurch möglicherweise als überregionaler Kultort. Es entstanden Verzierungen in Form von Sonne, Mondsichel und Sternen, sowie eventuell erste Stempelsiegel, welche in der späteren Phase des PPN B zunächst in der Levante, vermutlich als Besitzmarkierungen aufkamen. Darüber hinaus entstand die Ansätze einer aufkommenden Metallverarbeitung in Anatolien.
- 8.200 JahrenVor 8200 Jahren kam ein neuerlicher Kälteeinbruch um ca. 3°C, worauf sehr warme Zeit folgte, die wahrscheinlich sogar erheblich wärmer war als heute, und die dann nach etwa 3000 Jahren in der Frühzeit der ersten Hochkulturen endete.
~ 8.000 v.u.Z.Erste Kultivierung von GetreideMittlerer Osten
~ 8.000 - 6.000 v.u.Z.Keramische Neolithikum
Es erfolgte ein drastischer Rückgang der akeramischen Kulturen. Jagen und Sammeln verlor an Bedeutung und Ackerbau und Viehzucht nahmen stark zu (> Aufbewahrungsgefäße aus gebrannten Ton). Die rasante Ausbreitung der Keramikherstellung in allen Gegenden des Fruchtbaren Halbmondes weißt auf ein weit verzweigtes Kommunikations- und Handelsnetz hin. („Mann aus Sanhurfa“, Kalkstein, H: 193 cm, 9./ 8. JT v.u.Z.)
~ 8.000 – 6.000 v.u.Z.Maglemose-Kultur, Bernstein-Tierfiguren, Menschenzähne als Schmuck, Bestattung in HockerlageNordeuropa
~ 7.500 v.u.Z.Catal Höyük
Es gibt 18 Kulturschichten zwischen 7500 und 5700 v.u.Z.. In der Stadt lebten 3500 – 8000 Menschen. Da alles nahtlos bebaut wurde, hatten sie keine Straßen oder ebenerdige Eingänge und erhielten den Zugang nur über Leitern und Dächer. Es entstand eine hochwertige Obsidianverarbeitung. Der übermäßig starke kultisch-rituelle Aspekt scheint auf eine mythische Weltvorstellung, lange vor Beginn der Sesshaftigkeit zu deuten. Die Häuser wurden mit rotem Wandputz und akkuraten Wandbildern verziert. („Göttin auf dem Leopardenthron“ um 6300 v.u.Z., Ton, H: 14 cm)
~ 7.500 v.u.Z.
~ 7.000 v.u.Z.Früheste Hinweise in Europa auf saisonale Sesshaftigkeit im Donautal, Lepenski-Vir (am "Eisernen Tor") im 8.Jt. v.u.Z., Bei Lepenski-Vir errichteten Jäger und Sammler im 8.Jt. v.u.Z. eine Kultstätte, Ackerbau gegen Ende des 7.Jt. v.u.Z. - Anfang 6.Jt. v.u.Z. und domestizierte Rinder um 5900/5800 v.u.Z., ca. 50 cm hohe antropomorphe (> wikipedia) Steinskulpturen (Idole), mit Mäulern und Augen von Fischen.
~ 7.000 v.u.Z.Domestikation des SchweinesTürkei
~ 7.000 v.u.Z.Spätestens um 7000 v.u.Z. kommt der Ackerbau (vermutlich) durch Schiffsreisende aus Anatolien nach Kreta (Griechenland). Die Migranten brachten Saatgut und Gerätschaften mit sich, aber keine Töpferware (vorkeramisch) oder Tiere.7500 v.u.Z. agraische Siedlungen: - Catal Hüyüc (Anatolien) - Knossos auf Kreta (Ägäis) - Sesklo in Thessalien (SO-Europa)
Die Migrationen aus Anatolien in kleinen Gruppen wanderten zu verschiedenen Zeiten in Europa ein, ebenso wanderten (um 7100 v.u.Z.) europäische Wildbeuter nach Anatolien ein. Anatolische Bauern zogen an der Nordküste der Ägäis entlang, da in Bulgarien eine andere Klimazone (als im Mittelmeerraum) herrschte.
> Wanderung nach Thessalien (und Peleponnes), früheste agraische Siedlungen 7500-6500 v.u.Z..
Die anatolischen Migranten waren überwiegend Männer, welche sich einheimische Frauen nahmen (siehe Y und X-Chromosome) In Bulgarien nimmt der Anteil anatolischer Gene rapide ab, d.h. ab dem 7.Jt. waren es akkulturierende Alteuropäer welche den Ackerbau über den balkan verbreiteten. Früheste Siedlungen in Theassalien (von anatolischen Einwanderern) bestanden aus freistehenden rechteckigen Häusern.
~ 6.700 v.u.Z.Bruch des Bosporus und Überflutung des süßwasserhaltigen Schwarzen Meeres durch das salzhaltige MittelmeerBosporus
~ 6.500 v.u.Z.Erweitung des Siedlungsraumes in die Balkanregion (Achilleion, Starcevo)SO-Europa
~ 6.500 v.u.Z.Der Kontakt zwischen Mesolithikern (Jäger und Sammler) und Neolithikern (Ackerbauern) wird überwiegend friedlich verlaufen sein. Es ein Kontakt zu den mesolith. Jägern und Sammlern durch Erkundungen und Warenaustausch, während im weiterem Verlauf sich die Siedler aus Süden Frauen aus dem Norden nahmen und bikulturelle Familien gründeten.
"Offenbar war die Kunde von Pflanzenkultivation und Viehaltung bereits im 7.Jt. v.u.Z. zu den Alteuropäern gedrungen, und zwar als Ideentransfer. Denn als die Thessalier mit den einheimischen weiter im Norden Kontakt aufnahmen, hatten diese bereits den Hund domestiziert, sie hatten außerdem begonnen Haselnusssträucher anzubauen und Wildschweine an bestimmten Plätzen als Fleischreserve zu halten" (Cunlifte 2008)
Sicher gilt die Existenz einer entwickelten, Jagd- und Fischereiwirtschaft betreibenden, die Schwelle zur Produktionswirtschaft erreichende lokale Bevölkerung, welche bereit war, die neue Lebensweise (Ackerbau) in großen Gebieten des Karpatenbeckens rasch anzunehmen. Die lokale Bevölkerung verschmolz dabei mit den neolithischen Einwanderern >>> Beginn südosteuropäisches Neolithikum (Starcevo-Körös-Cris)
~ 6.500 v.u.Z.Töpferhandwerk ab 6500 v.u.Z.
"Mitte 6.Jt. v.u.Z. ist in ganz SO-Europa ein formaler Wandel der Figuralplastik festzustellen ..." (Hansen 2004)
> das weist auf eine differenzierte und eigenständige Weiterentwicklung des anatolischen Kulturerbes hin. Somit ist die Verbreitung der Agrawirtschaft durch Diffusion(die mesolith. Jäger und Sammler erkannten die Vorteile und ließen sich nieder - und wurden zu neolith. Bauern)
~ 6.200 v.u.Z.Karanovo-Kultur 6200-3000 v.u.Z., (Bulgarien, Makedonien) als formative Periode Alteuropas, häufige Miniaturaltäre mit 3 oder 4 Beinen, fettleibige Figurinen ohne Gesichtszüge
SO-Europa
~ 7.Jt. v.u.Z.Cardial- oder Impressokultur, als 2. Route der Ausbreitung der Sesshaftigkeit in EuropaAdriaküste, Mittelmeer
~ 6.200 v.u.Z.6200-5800 v.u.Z. Klimasturz "kleine Eiszeit" (Nacheiszeit) > hemmt die Verbreitung des Ackerbaus, wenige neue Siedlungen entstehen in der Schwarzmeerregion. Anatolien: Catal hüyüc und Hacilar werden wegen Austrocknung verlassen.
~ 6.000 - 3.000 v.u.Z.Kupfersteinzeit (Chalkolithikum)
Metallguss aus Kupfererzen entstand nun als neues Verfahren und somit der Bergbau. Es entstanden Befestigungsmauern wegen häufiger kriegerischer Auseinandersetzungen. Benutzt wurde noch die (langsame) handgedrehte Töpferscheibe (Tournette), jedoch konnte die Sauerstoffzufuhr in speziellen Öfen verändert werden, so dass man unterschiedliche Härtegrade, einen besonderen Oberflächenglanz oder bestimmte Farbgebungen erzielen konnte. Mittels dieser Buntkeramik lassen sich zeitliche und räumliche Kulturhorizonte gegeneinander abgrenzen.
~ 6.200 - 5.600 v.u.Z.Körös-Kultur, Fruchtbarkeitskult, Obsidian-Abbau, Hockergräber, wird als eine der formativen Kulturen der Linearbandkeramik betrachtetS/O-Europa
~7.Jt. v.u.Z.Starcevo-Kultur, ist als Vorläufer der Linienbandkeramik bekannt, enge Verwandtschaft zur Körös-Kultur, Bestattung in Hocker-Lage,S/O-Europa
~ 6.000 v.u.Z.6000-5000 v.u.Z.: Trockenperiode in Anatolien, Schrumpfung der Bevölkerung wegen Austrocknung, Catal Hüyüc und Hacilar werden bis 5500 v.u.Z. aufgegeben.
~ 5.800 v.u.Z.rapide Klimaerwärmung in der Schwarzmeerregion, aus Mischwäldern wurde Gras- und Buschland, was die Ausbreitung des Ackerbaus in Richtung Süd-Ost-Europa förderte.
~ 5.800 – 5.500 v.u.ZLa-Hoguette Gruppe, Kontakt zu Cardial- Impressokultur, Haustiere, MohnanbauMitteleuropa
~ 5.500 v.u.Z.Europäische Binnenmigration vom Nordwesten des Schwarzen Meeres (westl. Ukraine,Teile Ungarns) nach Mitteleuropa und NO-Frankreich (> Linearbandkeramik). Die Schwarzmeerregion ist dabei das Ursprungsgebiet für die Entwicklung verstärkter Laktosetoleranz (Milchbekömmlichkeit) [Heute: Anatolien 40% Milchverträglichkeit, Mittel-Europa 80%]
~ 5.500 - 5.000 v.u.Z.Bandkeramische Kultur (Linearband~), Langhäuser 40m x 8m, älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit (Neolithikum) in Mitteleuropa. Der Name leitet sich von der charakteristischen Verzierung der keramischen Gefäße mit einem Bandmuster aus runden und eckigen Linien ab.Mitteleuropa
~ 5.500 v.u.Z.Entstehung Nordsee (vorher Festlandbrücke England // Schleswig Holstein)Nordeuropa
~ 5500-4100 v.u.Z.Vinca-Kultur, Figurinen mit hybriden - d.h. sowohl anthropomorphen als auch zoomorphen Merkmalen wie weibliche Statuetten mit Vogelköpfen, Gefäßdeckel mit Eulenkopfgestalt.SO-Europa
~ 5.400 v.u.Z.Tisza (Theiß-Kultur) (östl Ungarn, nördl. Serbien), auf Basis der Starcevo (Körös) um 5400 v.u.Z. - 3700 v.u.Z., ein- und zweistöckige Häuser, wobei die zweistöckigen als Werkstätten mit oben liegenden Lagerraum dienten.SO-Europa
~ 5.000 v.u.Z.Prä-Cucuteni 5050-4600 v.u.Z.,(Rumänien) Cucuteni-Kultur 4600-3500 v.u.Z., Ausbreitung bis südl. Ukraine, stark schamatisierte Idole (ähnlich wie Kykladenidole), Spiralmotive auf KeramikSO-Europa
~ 4.900–4.500 v.u.Z.Stichbandkeramik, archäologische Kultur der Jungsteinzeit, folgt auf die Kultur der Linearbandkeramik, nach der Verzierungstechnik auf der Keramik benannt: Die einzelnen Motive, Winkelbänder und vertikale und horizontale Linien, sind mittels eines mehrzinkigen Gerätes aus vielen Einstichen zusammengesetzt.Europa
~ 4.500 v.u.Z.Die "Indoeuropäisierung Europas" wird u.a. an den Funden des Gräberfeldes in Varna (Mitte 5. Jt. v.u.Z.) festgemacht, wo wohl erstmalig in der europäischen Geschichte klare materielle Unterschiede in der Ausstattung der Gräber aufgezeigt werden kann. Dabei stehen wenige, reich beschmückte Gräber im Kontrast zu vielen Gräbern mit einfachen Beigaben. Im Gräberfeld von Varna wurde auch das (bisher) älteste goldgefertigte Objekt gefunden.
weiterlesen: Kreisgrabenanlagen
~ 4.500 v.u.Z.Obed-Kultur (Obed I-IV)
Entstand um 4500 v.u.Z. im künstlich bewässerten Süd-Mesopotamien (Fundstelle Tell el-Obed (al-Ubaid). Bis 4300 v.u.Z. hatte sie die Halaf-Kultur im Norden vollständig ersetzt. Die Obed-Kulturstufe leitet den Verfall der Buntkeramikepoche ein, denn Farbigkeit und Motivbestand gingen deutlich zurück. Die Gefäßformen jedoch wurden variationsreicher, wie etwa die Vorratsbehälter mit einem Fassungsvermögen von 100 Litern. Erste eigenständige Tempelbauten entstanden die den Anfang der mesopotamischen Sakralarchitektur (> Zikkurat) einleiten. Die neuen Tempel wurden stets auf den alten errichtet, was eine Kontinuität des Kultplatzes bezeugt (insbesondere in Eridu mit 18 Bauschichten des Tempels und 14 Metern Tiefe). In später Obed-Zeit wandelt sich der Form der Stempelsiegel. Aus geometrischem Dekor werden figürliche Darstellungen, häufig auch als Gruppe (mit schlanken Körpern, schmalen Tailen und deutlich erkennbaren Geschlechtsteilen). Zwischen 4000 und 3000 v.u.Z. tritt eine deutliche Bevölkerungszunahme in Südmesopotamien ein, während in nicht bewässertem Norden eine Bevölkerungsrückgang einsetzte. Es erfolgten gemeinschaftlich angelegte Bewässerungskanäle, eine Verdichtung der Siedlungszentren und eine daraus entstehende hierarchische Struktur.
~ 4.500 v.u.Z.Trypillya-Kultur (Ukraine) aus Prä-Cucuteni (und Cris-Kultur) entstehend, Mitte 5.Jt. v.u.Z. - 2700 v.u.Z., stilisierte Tier- und PflanzenmotiveSO-Europa
~ 4.400–3.500 v.u.ZJungneolithikum, erstes Auftreten von Gegenständen aus Kupfer im südöstlichen Mitteleuropa mit dem Beginn der „Kupfersteinzeit“ (auch „Chalkolithikum“ bzw. „Aeneolithikum“) identisch, die maßgeblichen kulturellen Einflüsse sind die Lengyelkultur aus dem südöstlichen Mitteleuropa und die westeuropäischen Megalithkulturen
~ 4.200–2.800 v.u.Z.Trichterbecherkultur (TBK), archäologische Kultur der Jungsteinzeit, im nördlichen Mitteleuropa die erste bäuerlich geprägte Kultur (Nordisches Frühneolithikum). Die südlichen Ausläufer der Trichterbecherkultur im Elb-Saale-Gebiet (Südgruppe) folgen chronologisch auf die bäuerlichen Kulturen der Bandkeramik und Rössener Kultur und werden daher ins Jungneolithikum gestellt.Mitteleuropa
~ 4.000 v.u.Z.Himmelsscheibe von Nebra ist eine Bronzeplatte aus der Bronzezeit Mitteleuropas mit Applikationen aus Gold, die offenbar astronomische Phänomene und Symbole religiöser Themenkreise darstellen. Sie gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung und als einer der wichtigsten archäologischen Funde aus dieser Epoche. Das Alter der Himmelsscheibe wird auf 3700–4100 Jahre geschätzt. Später nacheinander eingearbeitete Gold-Tauschierungen und das vermutete Vergrabungsdatum vor ca. 3600 Jahren lassen den Schluss auf einen längeren, vermutlich religiösen Gebrauch zu.
~ 4.000 - 600 v.u.Z.Megalithkultur, > Hierarchien, Gemeinschaftsbestattung und gemeinsame Kultstätte, Ahnenkult verblasst zu Gunsten der Fürstenehrung
4000 - 2000 v.u.Z. Frankreich/Deutschl.
bis 1500 v.u.Z. Irland/Englandbis
1000 v.u.Z. Korsikabis
600 v.u.Z. Sardinien
Als Megalithkultur wird unzutreffend eine Reihe nicht miteinander verwandter, europäischer bzw. zirkummediterraner Kulturen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit bezeichnet. Der Begriff „Megalithkultur“ beinhaltet mit Ausnahme der Verwendung von „großen Steinen“ keine weiteren Gemeinsamkeiten. Die Bauten beziehungsweise Steinsetzungen werden in Deutschland je nach Ausführung und vermutetem Verwendungszweck als Hünengräber, Dolmen, Tumuli, Ganggräber, Menhire, Steinkisten, Steinkreise oder Steinreihen bezeichnet.
~ 3.500–2.800 v.u.Z.Spätneolithikum
An der Schwelle vom Jung- zum Spätneolithikum steht die Salzmünder Kultur. Die prägenden Kulturen des Spätneolithikums waren die jüngeren Megalithkulturen in Nord- und Mitteldeutschland (Trichterbecherkultur, Walternienburg-Bernburger Kultur, Wartbergkultur) sowie die jüngeren Pfahlbaukulturen an den nordalpinen Seen (Horgener Kultur). Wichtige Kulturgruppe dieser Zeitstufe in Bayern ist die Chamer Kultur.Aus dem alpinen Spätneolithikum Norditaliens (auch hier als endneolithisch klassifiziert) stammt der Mann vom Hauslabjoch (besser bekannt als „Ötzi“). Der Mann entstammte der Südtiroler Remedello-Kultur und starb um 3.300 v.u.Z.
~ 3.300 - 800 v.u.Z.Bronzezeit
In Palästina kann die Bronzeherstellung bereits für 3300 v.u.Z.. nachgewiesen werden, in Ägypten um 2700 v.u.Z., in Mitteleuropa um 2200 v.u.Z. und in Nordeuropa um 1800 v.u.Z.
~ 3.000 v.u.Z.Uruk-Kultur
(heute Warka, 300 km südlich von Bagdad, biblisch: Eresch, siehe Gilgamesch-Epos) Ursprünglich aus zwei kleineren Siedlungen des ausgehenden 5. JT v.u.Z. entstanden. Sumerer errichten die Stadtstaaten Ur und Lagasch in Süd-Mesopotamien, entwickeln militärisch-theokratische Monarchie. Um 3100 v.u.Z. umfasste das Stadtgebiet 2,5 qkm mit 25.000 – 50.000 Einwohnern. Doch schon um 2900 v.u.Z. waren es 5,5 qkm, welche ummauert waren. In der Keramik ist eine Abkehr von der mehrfarbigen Bemalung mit geometrischen oder figürlichen Mustern, hin zu einfarbigen Gefäßen mit Ritzverzierungen zu erkennen. Sie wurde nun mit eine schnell drehenden Töpferscheibe, welche mit dem Fuß bedient wurde, hergestellt und wandelte sich vom aufwendig verzierten Kunstobjekt, hin zu einem reinen Gebrauchsgegenstand. Unterschiedliche Gottheitenbildeten sich (vermutlich) heraus, die in verschiedenen Tempeln in öffentlich-sakralen Vierten der Stadt verehrt wurden. Das Zentrum von Uruk wird in dieser Zeit von zwei solchen Kultbezirken geprägt. Im Osten erstreckt sich das Heiligtum „Eanna“ („Haus des Himmels“), welches der Göttin Inanna (Ischtar) geweiht war und mit Ausmaßen von 80 und 55 Metern Seitenlänge wahrhaft monumentalen wirkte. Im Westen erhob sich auf einem 11 Meter hohen Unterbau mit abgeschrägten Seiten der Tempel des Himmelsgottes Anu mit (nur) 23 Meter Länge und 18 Meter Breite. Die bedeutendste Innovation dieser Periode ist jedoch die Schrift, deren älteste Zeugnisse aus der Schicht IV (~ 3200 v.u.Z.) von Uruk zu Tage kamen. Die Entwicklung eines eigenen Schriftsystems resultierte aus den immer komplexer werdenden Abläufen in Wirtschaft, Handel und Verwaltung, die sich durch die neuen, urbanen Siedlungsstrukturen ergaben. Dies ist der Beginn der „sumerischen Hochkultur“
~ 2.800–2.200 v.u.Z..Endneolithikum
bezeichnet die jüngste neolithische Unterstufe am Übergang zur Bronzezeit und wird mit dem Beginn der Schnurkeramik gleichgesetzt. An der Schwelle vom Spät- zum Endneolithikum steht die Kugelamphorenkultur. Das Endneolithikum in Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas ist gekennzeichnet durch weiträumig verbreitete Kulturen der Schnurkeramik und Glockenbecherkultur, die die vorherigen Regionalkulturen ablösten
~ 2.800–2.200 v.u.Z.Schnurkeramikkultur (Streitaxtkultur), > evt. Vorfahren von Germanen, Balten, Slawen, Kelten, ItalikerNord-Mitteleuropa
~ 2.600–1.900 v.u.Z.Induskultur (Harappakultur), Entwicklungsvorstufe ab 6000 v.u.Z., Harappa (NO-Pakistan) war um 3500 v.u.Z. noch ein Dorf, erst gegen 2600 v.u.Z. entwickelte man einen ersten, rechteckigen Bebauungsplan. Die Induskultur umfasste mit 725.000 qkm mehr als ein doppelt so großes Gebiet wie Mesopotamien und die ägyptische Kultur. Jedoch gab es (wohl) keine Paläste und Tempel und keine monumentalen Bildwerke oder andere Anzeichen eines monarchischen Systems.Indien, Pakistan
~ 2.500–2.000 v.u.Z.Stonehenge ist ein in der Jungsteinzeit errichtetes und mindestens bis in die Bronzezeit genutztes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England, etwa 13 Kilometer nördlich von Salisbury. Es besteht aus einer Grabenanlage, die von einer aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildeten Megalithstruktur umgeben ist. Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wird auf etwa 3100 v.u.Z. datiert.England
~ 2300 v.u.ZSargon von Akkad, semit., erobert Uruk , Lagasch, besiegt Lugal-Zagesi, heiratet Taslutum (Frau von Lugal-Zagesi ?), Sargons Tochter En(c)heduanna schrieb religions- u. literaturgeschichtliche Texte)
weiterlesen: En-hedu-anna
Mesopotamien
~ 1750 v.u.Z.Hammurapi >Codex Hammurapi umfasste einen Prolog, die 282 Gesetzesparagraphen und den Epilog, aufgezeichnet wurde er unter anderem auf einer ca. 2,25 m hohen Stele (ein freistehender Pfeiler) aus Diorit.Babylon

Quellenangaben
Anthropolgiehttp://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/epochen/Vor-~ 20und~20Fr~C3~BChgeschichte/index,page=2466736.html
SteinzeitHansjürgen Müller-Beck: "Die Steinzeit: Der Weg der Menschen in die Geschichte"
----------------------
Almut Bick: "Die Steinzeit"
----------------------
Josef H. Reichholf: "Warum die Menschen sesshaft wurden."
----------------------
Dirk Husemann: "Tod im Neandertal. Akte Ötzi. Tatort Troja."
----------------------
Felix R. Paturi: "Die großen Rätsel der Vorzeit"
AlteuropaHarald Haarmann: "Das Rätsel der Donauzivilisation"
----------------------
Stefan Hiller, Vassil Nikolov: "Karanovo Band III"
----------------------
Hanswilhelm Haefs: "Die neolithische Wiege der abendländischen Kultur in Bulgarien"
Alter OrientJürgen Bär: „Frühe Hochkulturen an Euphrat und Tigris“
-----------------------
Dietz Otto Edzard: "Geschichte Mesopotamiens"
-----------------------
Gebhard J. Selz: "Sumerer und Akkader"
-----------------------
Marliues Heinz: "Vorderasiatische Altertumskunde"
-----------------------
Neolithisierung und Ausbreitung des Neolithikums - pdf:
http://ipna.unibas.ch/studium/vorlskript...2006_Okt_24.pdf
Bewusstseins EvolutionDr. Jörg Wettlaufer: "Kognitive und kulturelle Evolution"
----------------------
http://www.sein.de/archiv/2012/maerz-201...wusstseins.html
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http://www.muellerscience.com/FRUEHMENSC...ewusstseins.htm

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"Das Mesolithikum endet nach einer gewaltigen Klimaveränderung und dem Verschwinden des Großwilds als Jagdbeute (Mammut, Elen, Rentier usw.), und zugleich mit der Kultur der Mondverehrung zunebst der Herrschaft des Matriarchats; und das Neolithikum begann mit der der "neolithischen Agrarrevolution" ... sowie dem Einsetzen des Sonnenkults zunebst der Herrschaft des Patriarchats."(Q5)

"Sesshaftigkeit ist nicht zwangsläufig mit Ackerbau verbunden,
aber Ackerbau benötigt Sesshaftigkeit."


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- SeskloV.In Süd-Ost-Europa
- Lepenski-Vir
- Proto-Starčevo
- Karanovo
- Starčevo
- Körös-Criș
- Vinca
- Tisza (Theiß)
- Cardial-ImpressoVI.Von Süd-Ost-Europa nach Mitteleuropa
- Bug Dnjestr
- La-Hoguette
- LBK
- Cucuteni
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"Auf einigen der Idole finden sich einzelne Ritzlinien, die als Töpfer- oder Besitzermarken gedeutet werden. Einige Forscher wollten daraus eine Frühform der Schrift ableiten. ... Da Schrift gewöhnlich auftaucht, wenn größere Verwaltungsaufgaben zu bewältigen sind (Lagerhaltung und Steuereinziehung), ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese einfache Bauernkultur dafür Verwendung besaß.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Donauzivilisation"


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In Südasien werden die Jäger- und Sammlerkulturen etwa um 7000 - 6000 v.u.Z. von Ackerbaukulturen abgelöst. 
In Mehrgarh (im Gebiet der späteren Induskultur) entstehen um 6500 v.u.Z. erste Dörfer mit Gerste- und Weizenanbau, mit Ziegen, Schafen und indischen Buckelrindern.
Weizen:
altiranisch = gantuma vedisch = godhúma dravidisch = godi hethitisch = khand frühkaukasisch = *ghomu
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