Direkt zum Hauptbereich

Babylonischer Kalender und sein Nachleben


die sumerischen und akkadischen Monatsnamen kommen in den Texten ab 2600 v.u.Z. vor

1. Monat (April):
- sumerisch: itu bára-zà-gar(-ra)
- akkadisch: nisan(n)u
- hebräisch: nisan
- türkisch: nisan
- elamitisch: zikli
für Götter An und Enlil

2. Monat (Mai):
- sumerisch: itu gu4-si-su
- akkadisch: ajjaru
- hebräisch: Ijjar
- türkisch: mayıs
- elamitisch: zarpakimfür Gott Ea/Enki (des Herrn der Menschheit)

3. Monat (Juni):
- sumerisch: itu sig4-a
- akkadisch: siman(n)u
- hebräisch: siwan
- türkisch: haziran
- elamitisch: hadarfür Gott Sin (das erstgeboren Kind des Enlil)

4. Monat (Juli):
- sumerisch: itu shu-numun
- akkadisch: tammazu
- hebräisch: tammus
- türkisch: temmuz
- elamitisch: hallimefür Gott Namurtu (?)

5. Monat (August):
- sumerisch: itu NE.NE-gar
- akkadisch: abu
- hebräisch: aw
- türkisch: ağustos
- elamitisch: zillatamfür Gott Ningizida (des Herrn der Erde)

6. Monat (September):
- sumerisch: itu kin-(dingir)Inanna
- akkadisch: elulu
- hebräisch: elul
- türkisch: eylül
- elamitisch: belilitfür Göttin Ishtar

7. Monat (Oktober):
- sumerisch: itu du6-ku
- akkadisch: tashritu
- hebräisch: tischri
- türkisch: ekim
- elamitisch: mansharkifür Gott Shamash (des Gewaltigem von Allem)

8. Monat (November):
- sumerisch: itu apin-du8-a
- akkadisch: (w)arahsamnu
- hebräisch: (Mar)cheschwan
- türkisch: kasım
- elamitisch: lankellifür Gott Marduk (des Allweisen)

9. Monat (Dezember):
- sumerisch: itu gan-gan-è
- akkadisch: kis(si)limu
- hebräisch: kislew
- türkisch: aralık
- elamitisch: shibarifür Gott Nergal

10. Monat (Januar):
- sumerisch: itu ab(-ba)-è
- akkadisch: tebetu
- hebräisch: tevet
- türkisch: ocak
- elamitisch: shermifür Papsukkal (Bevollmächtigter des Anu und der Ishtar)

11. Monat (Februar):
- sumerisch: itu ZIZ.A(.AN)
- akkadisch: sabatu
- hebräisch: Schevat
- türkisch: şubat
- elamitisch: kutmamafür Gott Adad (Held von Himmel und Erde)

12. Monat (März):
- sumerisch: itu she-KIN-ku5
- akkadisch: ad(d)aru
- hebräisch: adar
- türkisch: mart
- elamitisch:ashshetukpifür die 7 großen Götter

Wochentage:
Montag - Sin/Nanna
Dienstag - Nergal/Gugalanna
Mittwoch - Nabu/Enki
Donnerstag - Marduk/Enlil
Freitag - Ishtar/Inanna
Samstag - Kaimanu/Ninurta
Sonntag - Shamash/Utu



Planeten:

Mond: suen/sin //Sin
Mars: si-mu-du/salbatanu // Nergal
Merkur: udu-idim-gu-ud/sihtu // Nabu
Jupiter: mul-sag-me-gas/neberu // Marduk
Venus: nin-si-an-na/delebat // I
štar
Saturn: udu-idim-sag-us/kaimanu // Ninurta
Sonne: utu/
šamaš // Šamaš

(Sternbild) Orion - Sib-zi-ana (treuer Hirte des Himmels)




Quellen:
Keilinschriftliche Bibliothek - Sammlung von assyrischen und babylonischen Texten im Umschrift und Übersetzung - 1. Band
-
Heinrich Zimmern: Akkadische Fremdwörter als Beweis für babylonischen Kultureinfluss - link
https://moskultinfo.wordpress.com/2015/07/01/wochentage-und-ihre-bezeichnung/
https://www.hermetic.ch/cal_stud/hlwc/warum7tage.htm
http://www.duensser.com/wop_index_de.htm
- http://www.iranicaonline.org/uploads/files/Calendars/v4f6a073_t1_300.jpg



Während die Sumerer noch die 5-Tage-Woche hatten, führten die Babylonier die 7-Tage-Woche ein. Babylonier und Ägypter benannten die Wochentage nach den sichtbaren Planeten, sowie der Sonne und dem Mond. Schon die Sumerer folgten dem Schema, das Jahr in 12 Monate zu je 30 Tagen aufzugliedern. bei den Babyloniern wurde der volle Tag (24 Std.) in 12 Einheiten "danna" mit je 30 Einheiten "ges" eingeteilt. Ein "danna" ergibt somit zwei Stunden (eine "Doppelstunde"). Eine "ges" ergibt vier Minuten, Später teilten Babylonier und Ägypter den tag und die Nacht in jeweils 12 Teile ("Stunden") auf.

Quelle: Zeit und Kultur: Geschichte des Zeitbewußtseins in Europa - Rudolf Wendorff (1985)

------------

Die islamischen Monate heißen:

Muharram
Safar
Rabi-ul-Awwal
Rabi-ul-Achir (oder: Rabi-uth-Thani)
Dschumada al-Ula
Dschumada al-Uchra (oder: Dschumada al-Achira)
Radschab
Scha'ban
Ramadan
Schawwal
Dhu-l-Qa'da
Dhu-l-Hiddscha



Die Namen der Monate lauten im Iran wie folgt:

Farwardin (21.03.-21.04)
Ordibehescht (22.04.-21.05.)
Chordad (22.05.-21.06.)
Tir (22.06.22.07.)
Mordad (23.07.-22.08.)
Schahriwar (23.08.-22.09.)
Mehr (23.09.-22.10.)
Aban (23.10.-21.11.)
Azar (22.11.-21.12.)
Dej (22.12.-20.01.)
Bahman (21.01.-19.02.)
Esfand (20.02.-20.03.)


---------------------

Ab spätestens der Kassitenzeit ( ca. 1000 Jahre vor Hipparch) kannten die Babylonier die (astronomische) "Präzession"
VAT 7851:

01. kakkab Zappu / kakkab GU-AN-NA - Stier
02. kakkab MAŠ-TAB-BA-GAL-GAL / ŠIB-ZI-AN-NA - Zwillinge
03. kakkab AL-LUL - Krebs
04. kakkab UR-A - Löwe
05. kakkab EŠ-ŠIN - Jungfrau
06. kakkab Zibanitu - Waage
07. kakkab GIR-TAB - Skorpion
08. kakkab PA-BIL-SAG - Schütze
09. kakkab SUHUR-MÁŠ - Seinbock
10. kakkab Gu-La - Wassermann
11. kakkab DIL-GAN - Fische
12. kakkab KU-MAL - Widder

aus: Alter und Bedeutung der Babylonischen Astronomie und Astrallehre

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Alteuropa II - Vinca-Kultur (Donauzivilisation)

Vinca-Kultur (Donauzivilisation) 5400 - 4500 v.u.Z., Serbien, Rumänien, Ungarn, Bosnien
Donauzivilisation lt. Haarmann:
"Auf einigen der Idole finden sich einzelne Ritzlinien, die als Töpfer- oder Besitzermarken gedeutet werden. Einige Forscher wollten daraus eine Frühform der Schrift ableiten. ... Da Schrift gewöhnlich auftaucht, wenn größere Verwaltungsaufgaben zu bewältigen sind (Lagerhaltung und Steuereinziehung), ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese einfache Bauernkultur dafür Verwendung besaß.

Die litauische Archäologin Marija Gimbutas rechnete die Vinca-Kultur zu den Alteuropäischen Kulturen, welche durch eine – von ihr mit den Proto-Indoeuropäern verbundene – Invasion patriarchalischer „Kurgan-Völker“ aus dem Osten zerstört oder assimiliert wurden.  Heute sehen Archäologen eher soziale Veränderungen (Chapman) oder einen Klimaumschwung als Grund für das Ende der Vinca-Kultur.
http://de.wikipedia.org/wiki/Donauzivilisation"


»Zeiträume der Vorgeschichte Europas, die m…

Alteuropa I - "neolithische Revolution"

"Das Mesolithikum endet nach einer gewaltigen Klimaveränderung und dem Verschwinden des Großwilds als Jagdbeute (Mammut, Elen, Rentier usw.), und zugleich mit der Kultur der Mondverehrung zunebst der Herrschaft des Matriarchats; und das Neolithikum begann mit der der "neolithischen Agrarrevolution" ... sowie dem Einsetzen des Sonnenkults zunebst der Herrschaft des Patriarchats."(Q5)

"Sesshaftigkeit ist nicht zwangsläufig mit Ackerbau verbunden,
aber Ackerbau benötigt Sesshaftigkeit."


I.VorgeschichteII.Wege der NeolithisierungIII.Von Anatolien nach GriechenlandIV.Von Griechenland nach Süd-Ost-Europa
- SeskloV.In Süd-Ost-Europa
- Lepenski-Vir
- Proto-Starčevo
- Karanovo
- Starčevo
- Körös-Criș
- Vinca
- Tisza (Theiß)
- Cardial-ImpressoVI.Von Süd-Ost-Europa nach Mitteleuropa
- Bug Dnjestr
- La-Hoguette
- LBK
- Cucuteni
- Pfahlbau
- Trypillya
- LengyelVII.Indoeuropäisierung
- verschiedene HypothesenVIII.Von Mitteleuropa nach NordeuropaIX.Haplogruppen (Erklärung)X.Quellen
I.V…

Altes Indien I - Induskultur/Meluhha

Spätestens vor 30.000 - 40.000 Jahren v.u.Z. sind im Gebiet (Indien) Vorfahren des heutigen Menschen belegt. Neolithische Felsenbilder stammen vorwiegend noch von frühen Jäger- und Sammlerkulturen.
In Südasien werden die Jäger- und Sammlerkulturen etwa um 7000 - 6000 v.u.Z. von Ackerbaukulturen abgelöst. 
In Mehrgarh (im Gebiet der späteren Induskultur) entstehen um 6500 v.u.Z. erste Dörfer mit Gerste- und Weizenanbau, mit Ziegen, Schafen und indischen Buckelrindern.
Weizen:
altiranisch = gantuma vedisch = godhúma dravidisch = godi hethitisch = khand frühkaukasisch = *ghomu
- Hirse wurde im späten 3.Jt. v.u.Z. aus Afrika eingeführt - Reisanbau um 2000 v.u.Z. in Mehrgarh angekommen (aus Südchina) - Schafe und Ziegen stammen aus dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmond
Induskultur 2600 - 1900 v.u.Z., Entwicklungsvorstufe ab 6000 v.u.Z.
Harappa (NO-Pakistan) war um 3500 v.u.Z. noch ein Dorf, erst gegen 2600 v.u.Z. entwickelte man einen ersten, rechteckigen Bebauungsplan. - Ravi-Phase 3300 - 2800 v.u…