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Antolien II - Hurriter, Mittani, Hanilgabat, Nuzi, Kizzuwatna

Hurriter
Die Hurriter (Churriter, Churri, Hurri) waren im 3. und 2. JT v.u.Z. an der Grenze zu Nordmesopotamien ansässig. Sie gerieten bald unter den Einfluss der sumerisch-akkadischen Hochkultur und spielten ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Vermittlung dieser Kultur nach Syrien und Kleinasien, zum Beispiel zu den Hethitern.
Ende des 18. Jhr. v.u.Z. begannen die Hurriter, sich nach Ostanatolien, Nordmesopotamien und Syrien auszubreiten. Hurritische Heere unternahmen Feldzüge nach Palästina und sogar nach Ägypten, wo sie bald sehr gefürchtet waren.
Im Hulatal im Norden des heutigen Israels gründeten sie im 18. Jhr. v.u.Z. die hurritische Stadt Hazor, welche die größte Stadt in Kanaan im 15. bis 13. Jhr. v.u.Z. war. Die Hyksos, eine Gruppe von semitischen und hurritischen Einwanderern, eroberten zwischen 1719 und 1692 v.u.Z. Ägypten und gründeten ihre Hauptstadt Auaris im östlichen Nildelta.
Hurritisch ist weder eine semitische noch eine indogermanische Sprache. Außer zum verwandten Urartäischen lassen sich keine engeren Beziehungen des Hurritischen zu anderen Sprachen feststellen
Hauptgötter sind Teššup als Wettergott, die Sonnengöttin Ḫepat, und Kumarbi der Göttervater. Der Mondgott Kušuḫ spielt nur eine geringe Rolle in den erhaltenen Mythen. Kummarbi (in Azuḫinnu auch Kummurwe) wird teilweise mit Dagan gleichgesetzt. Die Göttin Šawuška wird gewöhnlich mit Ištar gleichgesetzt und steht ebenfalls auf einem Löwen.
Die hurritische Religion hatte großen Einfluss auf die Hethiter.

Mittani/Hanigalbat
Mittani oder Ḫanilgabat war ein Staat in Nordsyrien. Im 15. und frühen 14. Jhr. v.u.Z.reichte er von der Grenze Nordmesopotamiens bis in den Norden Syriens. Mittani erstreckte sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung von Nuzi (heute bei Kirkuk im Irak) im Osten über die Nordtigrisregion und Nordsyrien bis nach Kizzuwatna (in Kleinasien) im Westen. Die Bevölkerung bestand aus Hurritern, Amoritern und Assyrern. Aus Mittani sind hurritische, akkadische und alt-anatolische Sprachzeugnisse bekannt.
Die Assyrer nannten das Land Hanilgabat, eine Bezeichnung, die seit dem 15. Jhr. v.u.Z. gebräuchlich ist. In akkadischen Texten verwendeten die Hethiter Hanikalbat, in hethitisch-sprachigen Mitanna und in den Hieroglypheninschriften (L)Mi-ta-ni.
Im 14. Jhr. v.u.Z.. besiegte der hethitische Großkönig Šuppiluliuma I. die Hurriter und Mittani und errichtete ein Unterkönigreich Ḫanilgalbat

Nuzi
Nuzi war eine antike hurritische Kleinstadt im Königreich Arrapcha, die heute den Siedlungshügel (Tell) Jorgan Tepe bildet. Der Palast von Nuzi enthielt umfangreiche Archive mit insgesamt ca. 20.000 Tontafeln. Sie sind in Akkadisch geschrieben, aber enthalten hurritische Lehnwörter mit deutlichen Hinweisen auf die hurritische Muttersprache der Schreiber, die wohl auch von der Bevölkerung hauptsächlich verwendet wurde.
Dort fand man auch die älteste Kartendarstellung auf einer Tontafel, die in die Akkad-Zeit (ca. 2340–2200 v.u.Z.) datiert werden kann. Auf der 7,5 cm × 6,5 cm großen Tontafel sind Berge, der Fluss Rahium mit seinen Zuflüssen und Städte eingezeichnet.
Die ältesten Funde stammen aus der Halaf-Zeit. In mittelbabylonischer Zeit gehörte Nuzi zum Königreich Arrapcha und wurde ca. 1350 v.u.Z. von den Assyrern und den Babyloniern erstmals zerstört. Um 900 v.u.Z. wurde Nuzi unter Adad-nirari II. dem assyrischen Reich angegliedert. 615 v.u.Z. wurde es von den Medern erneut zerstört.

Kizzuwatna
Kizzuwatna war ein Königreich im südöstlichen Anatolien im 15. Jhr. v.u.Z. Seine Hauptstadt war Kummanni. Die Bevölkerung bestand hauptsächlich aus Hurritern und Luwiern. Im 16. Jhr. v.u.Z. wurde das Gebiet des späteren Landes Kizzuwatna von den Hethitern unterworfen.
Die meisten Götter von Kizzuwatna entstammen dem hurritischen Pantheon. Teššup, Sohn Kumarbis, war der Wettergott, der manchmal auch als König von Kummani bezeichnet wird. Ḫepat, war seine Gemahlin und Šarruma ihr Sohn. Des Weiteren gab es die Eidgötttin Išḫara und die Mondgöttin Nikkal, sowie die Liebes- und Kriegsgöttin Šawuška.

Arrapcha
Arrapḫa ist ein spät-bronzezeitliches hurritisches Königreich im nördlichen Irak. Arrapḫa wurde um 1240 durch Tukulti-Ninurta I. erobert.

Uratu
Das Urartäische Reich auch kurz Urarṭu, (biblisch vermutlich Ararat) war ein altorientalisches Reich um den Vansee in Kleinasien. Die urartäische Sprache ist mit dem Hurritischen verwandt und bildet mit ihm die hurro-urartäische Gruppe.


(c)hurritische + urartäische Götter

Alalu (Hypsistos) griech.=“der Höchste“, churrit. Erster Götterkönig, der nach 9-jähriger Himmelsherrschaft durch seinen Sohn, den akkad. Anu, gestürzt wird

Kumarbi, churrit. Himmelsgott, Göttervater, entreißt seinem Vater, akkad. Anu, die Herrschaft, wird dann von seinem Sohn Teshub abgelöst, Sohn von Anu, ugarit.= El, hethit.= Enlil

Chebat (Hebat), churrit. Haupt- und Sonnengöttin, Gemahlin von Teschub, Mutter von Scharruma, protohatt.= Wurushemu, hethit.= Arinna

Kus(c)huch, churrit. Mondgott, mit Gemahlin, hl.Zahl=30
sumer.= Ningal,
protohatt.= Kashku,
hethit.= Arma

Schimegi, churrit. Sonnengott,
> urartä.= Schwini, Trias mit Haldi und Tescheba

Schauschka, Schwester von Teschub, ihre Dienerinnen sind Ninatta und Kulitta, > sum.-akkad.= Inanna - Ischtar (?),
Shaushka=Kababat, hurrit. Muttergöttin, Prototyp der phryg. Kybele

Teschub, hurrit. Wettergott, Bruder von Schauschka, Gemahl von Hebat, Vater von Schar(ru)ma,

Tarchunt „mächtiger Sieger“ hurrit. Wettergott
> urartäisch = Tescheba, Trias mit Reichsgott Haldi und Sonnengottheit Schwini

Aschtabi, Kriegsgott,
> sumer.= Zababa

Sharruma, hurrit. „Bergkönig“, Schutzgott von Tutchalija (~1410 BC), Sohn von Teshub und Chebat

Chutena u. Chutellura, hurrit. Schicksalsgöttinen, hethit.=Gul-shesh

Chazzi, hethit. u. hurrit. Berggott, Schwurgott

die Stiere S(c)heri „Tag“ und (C)Hurri „Nacht“ (Tella), hurrit. Stiergötter

Chumbada, (C)huwawa, Humbaba babylon., mythol., riesenhafter Dämon in Gestalt eines Vogels mit Ohren, Wächter des Zedernwaldes, wurde von Enlil eingesetzt, von Gilgamesch und Enkidu getötet, hurrit. Ursprung

Chedammu, hurrit. Dämon, als Schlangendrache im Meer, richtet durch seine Gefräßigkeit Schden an Land und Städten an, deshalb kommt akkad. Ishtar von Ninive, musizierend und sich nackt präsentierend, daraufhin vergisst der Drache seine Gefräßigkeit

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(C)Haldi, urartä. Reichs- u. Kriegsgott, Stammvater der Urartäer, Trias mit Wettergott Tescheba und Sonnengottheit Schiwini, Gemahl von Göttin Bagbarti
Schala, Gemahlin von Dagan

S(c)helardi, urart. Mondgott



Quellen:

Knaurs Lexikon der Mythologie. Sonderausgabe. Mit über 3000 Stichwörtern zu den Mythen aller Völker von Gerhard, J. Bellinger von Bechtermünz Vlg., Augsbg.

Der Alte Orient in Stichworten. von Helmut, Walter F. Reineke Maria Schetelich u. a. Freydank von Leipzig : Koehler und Amelang

u.a.

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